Athletiktraining im Golfsport für Nachwuchsathleten-/innen

Im Rahmen meines Diplom Trainer Studiums an der Trainerakademie in Köln, habe ich mich mit dem Thema: „Athletiktraining im Golfsport für Nachwuchsathleten-/innen beschäftigt. Dabei hatte ich die Möglichkeit viele „Experten“ im Bereich Athletiktraining im Golfsport zu interviewen. Welche Erkenntnisse dabei rausgekommen sind, könnt Ihr in der Zusammenfassung lesen. Wer die komplette Diplom Arbeit lesen möchte (120 Seiten) kann mir gerne eine Mail schreiben!

1 Problemstellung

„Ich bin fitter und schlage den Ball weiter. Hier in Dubai sind die 60 Besten der Euro- pean Tour am Start. Siebzig Prozent davon sind topfit. In den Spielerhotels sind die Fitness-Center immer voll. Man muss das heute einfach tun,…“.

Mit dieser Aussage unterstreicht Martin Kaymer (2011) in seinem Interview die Wichtigkeit eines Athletiktrainings im Profigolf. Allerdings ist das Thema Athle- tiktraining im Golfsport in der heutigen Zeit noch ein relativ unbehandeltes Gebiet im Verhältnis zur Golftechnik. Immer wieder wird über Schaft- und Schwungebe- nen, ob die Schlagfläche zwei Grad offen oder geschlossen in bestimmten Positio- nen stehen muss, oder wie viel Grad die Hüfte im Treffmoment vorrotiert ist, ge- schrieben.

Dass der Technik im Golf vielmehr Bedeutung gewidmet wird als der Athletik kann man unter anderem an einer aktuellen Recherche in der virtuellen Fachbibliothek für Sportwissenschaften erkennen. Bei Eingabe der Begriffe: Golf – Technik er- scheinen 498 Treffer (Stand Januar 2013). Lediglich sieben Publikationen findet man mit den Begriffen: Golf – Athletik.

Doch um beispielsweise ein Auto schneller zu bekommen, reicht es nicht aus, neue Reifen zu montieren. Das richtige „tunen“ des Motors ist hierbei entscheidend. Da stellt sich doch die Frage: Wie soll ein Jugendgolfer sich optimal zum Leistungsgol- fer, eventuell sogar zum Tourspieler entwickeln, wenn der Motor nicht rechtzeitig getunt wird? Ähnlich ist es im Golfsport. Denn jede Bewegungsausführung ist ab- hängig von der physischen und psychischen Voraussetzung des Golfers.

Auf Clubebene stoßen Trainer momentan noch bei vielen Eltern auf Skepis im Um- gang mit Medizinbällen, Therabändern, Wackelkissen etc. Mit Aussagen wie, „Bloß kein Krafttraining mit Kindern“ oder „Ich bringe mein Kind zum Golfspielen und nicht zum Hüpfen“, werde Trainer heutzutage zum Teil von Eltern noch konfrontiert.

Der Golfschwung ist eine höchst koordinative und einseitige Bewegung. Was nicht zuletzt zu muskulären Dysbalancen führen kann. Eventuelle Verkürzungen in Seh- nen und Bändern auf der weniger beanspruchten Körperhälfte können schnell zu Sportverletzungen führen. Auch ist ein nicht ganzheitlich muskulär ausgebildeter Körper ein leistungslimitierender Faktor, was zum Beispiel die intermuskuläre Ko- ordination im Abschwung einer Golfbewegung betreffen kann. Ein weiterer Ein- druck ist, dass die motorischen Grundfertigkeiten wie beispielsweise Laufen, Sprin- gen und Werfen immer mehr unterentwickelt sind.

Eine Inauguraldissertation der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg zum The- ma: Motorische Entwicklungsförderung im frühen Schulkindalter untermauert die Wichtigkeit einer frühzeitigen athletischen Grundausbildung (Pieper, 2010). Marcus

Neumann, ehemaliger Damennationaltrainer und jetziger Sportdirektor des Deut- schen Golf Verbandes sagte dazu: „Wenn ein Kind nicht schnell laufen, weit werfen oder hoch springen kann, dann ist es auch nur sehr schwer in der Lage, einen Golfball weit zu schlagen.“ (Neumann, 2013)

Mit dieser Arbeit soll die Wichtigkeit einer frühzeitigen athletischen Ausbildung im Golfsport untermauert werden. Die Arbeit soll denjenigen dienen, die ein integrati- ves Athletiktraining auf Clubebene in das bereits vorhandene Golftraining mit ein- binden möchten. Ziel muss es sein, in Deutschland eine bessere flächendeckende und ganzheitliche Ausbildung unser Golfathleten schon im frühen Schulkindalter zu ermöglichen. Die Golfathleten von morgen müssen lernen, dass ein Athletiktraining genauso Bestandteil des Spiels ist, wie zum Beispiel das Einputten vor der Runde.

In der vorliegenden Arbeit wird das Fachwissen verschiedener Experten gesam- melt, um daraus eine Grundlage für ein sportartspezifisches Athletiktraining zu schaffen. Dabei wird zu Beginn das Turnieranforderungsprofil genutzt, um die Be- deutung und Inhalte eines sportartspezifischen Athletiktrainings, in der Sportart Golf zu verdeutlichen. Hier werden u. a. zentrale Fragen wie z. B.

• Welchen Anforderungen, konditioneller, regenerativer und koordinativer Art muss ein Tourspieler für das Turniergolf auf internationaler Ebene mitbringen?

• Wie sehen die leistungsbestimmenden Merkmale und Voraussetzungen aus? bearbeitet. Dabei werden die konditionellen und koordinativen Aspekte wissen-

schaftlich untersucht und in direkter Verbindung zum Golfsport gebracht.

2 Anforderungsprofil: Golfturnier

Im Golf gewinnt derjenige, der über die notwendigen physischen und psychischen Voraussetzungen verfügt und über mehrere Tage die wenigsten Schläge benötigt! Nimmt man aus aktuellem Anlass die Qualifikation der Final Stage für die European Tour 2012 der Herren, muss der Athlet in der Lage sein, über mindestens 4 Tage seine optimale Leistung abrufen zu können. Das bedeutet gleichbleibend, dass er über mindestens 108 Löcher die physischen und psychischen Fähigkeiten mitbrin- gen muss, um unter vollster Konzentration und ständiger Auslieferung verschiede- ner Drucksituationen, seine optimale sportliche Leistung abrufen zu können. Hinzu kommt noch die individuelle Vorbereitung des Spielers. Diese bestehend meistens aus mehreren Proberunden und dem individuellen Techniktraining vor und während des Wettkampfes. Rolf Klöttschen, Physiotherapeut der Herrennationalmannschaft beschreibt einen typischen Wettkampftag wie folgt:

“In der Regel machen wir morgens vor der Runde ca. 20- bis 30-Minuten Aktivie- rung. Danach wird gefrühstückt, ehe es auf die Driving Range geht. Den Bewe- gungsablauf der einzelnen Schläge schaue ich mir dort an und wenn etwas nicht richtig läuft, wird eventuell noch gedehnt, mobilisiert oder gelockert. Nach der Run- de und dem „Ausschlagen“ wird nochmals etwa 90 Minuten golfspezifisch trainiert. Je nach Tagesablauf behandele ich vor oder nach dem Abendessen die Spieler. Oft geht für mich der Arbeitstag um 4.30 oder 5.30 Uhr los und endet selten vor 23 Uhr.“ (Klöttschen, 2012)

Herauskristallisieren lassen sich dabei folgende leistungsbestimmende Merkmale:

Hohe Wiederholbarkeit der Schläge und schnelle Regenerationsfähigkeit. Verbesserung der Psyche durch verbesserte physische Stabilität durch ein ganz- heitliches Training – Verletzungsprophylaxe

Interview und Ergebnisse

Die Experteninterviews wurden in halbstandardisierter Form durchgeführt, um die Themenbereiche vorab klar abstecken zu können bzw. einzelne Bewertungsdimen- sionen abzufragen. Basis des halbstandardisierten Interviews ist ein stark struktu- rierter Leitfaden bzw. vorgegebener Fragenkatalog, Dabei ist dem Interviewer er- laubt an vorab festgelegten Stellen von Formulierungen abzuweichen und nachzu- haken. Die befragten Personen (Experten) wurden primär nach Ihren Tätigkeitsfel- dern auf Club-, nationaler und internationaler Ebenen ausgewählt. Hierbei wurde al- len Befragten der gleiche Interviewfragebogen zur Verfügung gestellt. Des Weite- ren wurden Experten aus anderen Sportarten ausgewählt, die entweder schon Ihre Erfahrungen im Golfbereich gesammelt haben oder, welche eine „Schnittstelle“ der jeweiligen Sportart und der Sportart Golf sichtlich zu erkennen geben.

Insgesamt wurden folgende fünf Personen befragt:

  1. ChristianMarysko (FitnesskoordinatiordesGolfClubsSt.LeonRotundAthle- tiktrainer der Damennationalmannschaft)
  2. MartinZawieja (ehemaligerBundestrainerGewichtheben)
  3. MichaelTerwort (DamentrainerdesGolfClubsSt.LeonRotundlangjährigerCo-

    Nationaltrainer der Damennationalmannschaft)

  4. MarcusNeumann (ehem.DamennationaltraineraktuellerSportdirektorundVor-

    stand Sport im Deutschen Golf Verband)

  5. AnneDinser (langjährigePhysiotherapeutinderDamennationalmannschaft)

Die Ergebnisse können in folgenden Kategorien dargestellt werden:

Definition und Bedeutung des Athletiktrainings für den Golfsport

Neumann (2013) versteht unter Athletiktraining: „Allgemeine körperliche Leistungs- voraussetzung für eine Sportart, umfassend und am besten sportartgerichtet“. Terwort (2012) definiert Athletiktraining als: „Grundvoraussetzung für eine optimale Ausführung der sportartspezifischen Ausführung.“ Parallelen spiegeln sich mit der Aussage von Marysko (2012) wieder, der das Athletiktraining wie folgt definiert: „Das Athletiktraining schafft das grundathletische Gerüst eines Sportlers. Es ist die Grundvoraussetzung eines Sportlers den Einstieg in einen langfristigen Leistungs- aufbau zu finden bzw. zu schaffen und das Ganze bis ins hohe Alter betreiben zu können.“

Alle Befragten verstehen das Athletiktraining als Grundvoraussetzung für eine optimale Ausübung der Sportart, aber auch als eine prophylaktische Maßnahme gegen eventuell auftretende Sportverletzungen. Zawieja (2012) unterstreicht diese Aussagen mit dem Hinweis, „dass es Bedingungen physiologischer Art im Bereich der konditionellen Fähigkeiten gibt, welche alleine durch die Sportartspezifik nicht abzudecken sind.“ Mit dieser Aussage meint er, dass jede Sportart natürliche spezi- fische Bewegungsmuster mit sich bringt. Somit kann der Ahtlet schnell in ein be- stimmtes Bewegungsmuster „gepresst“ werden. Anmerkend dazu hat er in seiner eigenen Sportart (Gewichtheben) die Erfahrung gemacht, „dass Kinder teilweise auf ein sehr schlechtes Fundament eine hohe Sportartspezifik aufbauen, die zum Teil später mit vielen komplexen und explosiven Bewegungsstrukturen zu tun ha- ben.“

Neumann (2013) sieht die Athletik klar als konditionelle Leistungsvoraussetzung. „Golf ist kein Geschicklichkeitsspiel mehr. Vorteile haben die Athleten, die körper- lich gut ausgebildet, ausdauernd hochumfänglich trainieren können. Hinzu kommt die Leistungsabfrage Schlaglänge im Turnier, hierzu ist die Athletik als konditionelle Leistungsvoraussetzung wesentlich und erfolgsbestimmend.“

Terwort (2012) sieht u. a. eine Befürwortung eines Athletiktrainings durch die Ein- führung des neuen Wettspielsystems. Ab der Golfsaison 2013 haben die Athleten fünf Spieltage zuzüglich eines möglichen Finales um den Titel der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft, welches noch mal aus einem Wochenende besteht. Hinzu kommen die individuellen Wettspiele sowohl auf internationalem und nationa- lem Ebene. Die somit verbundene Verletzungsgefahr und die nicht zu vergessen Belastungsausdauer der Athleten erhöhen.

Marysko (2012) schaut dabei auf die tägliche Belastung der Athleten und beurteilt dieses zum Teil alleine aus rein präventiver Sichtweise wie folgt: „Die Athleten müssen wöchentlich neben den ganzen Aspekten wie: Jetlag, schlechte Ernährung, Klimawechsel, immer Höchstleistung bringen, weil sie teilweise Geld damit verbin- den müssen.“

Integration und Strukturierung des Athletiktrainings in das Techniktraining

Auf die Frage hin, mit welchem Alter man mit dem Athletiktraining anfangen sollte, ist Zawieja (2012) folgende Meinung: „Man sollte schon so früh wie möglich mit ei- nem allgemeinen Athletiktraining anfangen.“ Dabei beruft er sich u. a. auf eine Dis- sertation von Pieper (2010), der die Motorische Entwicklungsförderung im frühen Schulkindalter untersuchte. “Diese These stützt sich auf eine Untersuchung des Bundesinstituts für Sportwissenschaften (BISp), wo auch in Untersuchungen klar und deutlich wurde, dass viele Dinge, die früher im frühen Kindes- und Jugendalter, wie Laufen, Springen und Werfen, selbstverständlich waren, nun unterpräsentiert sind.“

Die Vorteile des Athletiktrainings sind (individuelle Erfahrungen): Marysko (2012) zi- tiert einen seiner Athleten Moritz Lampert wie folgt: „Durch das Athletiktraining muss ich mich nicht mehr vom Tee so strecken! Ich schlage meine Bälle weiter und somit kann auch ab und an einen kürzeren Schläger von der Teebox schlagen“. Marysko (2012) hat auch unter rehabilitativen Aspekten seien Erfahrung mit Spitzensportlern gemacht. Beispielsweise habe Moritz Lambert über lumbale Rückenschmerzen geklagt. Diese wurden u. a. durch klassisches Kreuzheben beseitigt. Terwort (2012) hat durch die Integration eines Athletiktrainings folgende Beobachtungen gemacht:

• Der Schwung wird im ökonomischer,
• gewisse Bewegungen sind manchmal erst dann möglich, wenn man bestimmte

Muskeldysbalancen beseitigt hat,
• die individuelle Schlaglänge der Athleten wird optimiert.

Neumann (2013) hat die Erfahrung gemacht, dass sich die Technikadaptation dadurch deutlich verbessert. Auch die Konzentrationsfähigkeit und die Ausdauer im Techniktraining profitieren dadurch enorm.

Zwischenfazit:

Eine frühzeitige Integration eines Athletiktrainings sollte parallel zum Techniktrai- ning fester Bestandteil der Trainingsperiodisierung sein. Das Athletiktraining bildet das körperliche Fundament für jegliche sportliche Leistung. Auch deckt das Athle- tiktraining die Bereiche ab, die durch die sportartspezifischen Bewegungen nicht abgedeckt werden können. Somit ist eher eine ganzheitliche körperliche Ausbil- dung des Golfathleten gewährleistet. Der Athlet ist somit weniger anfällig gegen Sportverletzungen und kann zum Teil auf Grund einer guten physischen Ausbil- dung gewisse Bewegungen überhaupt erst ausführen. Auch die Einführung des neuen Wettspielsystems stellt eine weitere Befürwortung für die Integration eines frühen Athletiktrainings da. Der Golfathlet ist ab 2013 einem häufigeren Wechsel zwischen Wettkampf und Training ausgeliefert, wo durch zwangsläufig seine Rege- nerationszeiten verkürzt werden. Somit ist eine gute Grundlagenausdauer für den heutigen Athleten unabdingbar und sollte in jeder Trainingsperiodisierung seine Be- rechtigung finden.

Strukturierung und Integration des Athletiktrainings in das Techniktraining

Marysko (2012) meint: „Ein gut ausgebildeter Athlet bringt der Sportart wegen ge- wisse Grundbausteine mit. Zu Beginn sind diese Bausteine unspezifisch ausge- prägt und sollten dann später spezifischer geschult werden.“ Ein stark betonter Satz von ihm war: „Weg von der Frühspezialisierung! – Wir brauchen Kinder, die eine ganzheitliche ausgelegte Bewegungsbibliothek haben“.

Zawieja (2012) sieht das im Langhanteltraining genauso und begründet das wie folgt: „Wir arbeiten wie ein Trichter. Je jünger der Athlet ist, desto vielseitiger sollte die athletische Ausbildung sein. Je älter er wird, desto zielgerichteter müssen die Inhalte gewählt werden. Die spielerischen Dinge verschwinden immer mehr.“ Neumann (2013): „In der Reihenfolge sollte das Athletiktraining altersgemäß und nach Schwerpunkten geordnet sein. Zu Beginn muss eine Schulung der allgemei- nen motorischen Voraussetzungen stattfinden. Dabei sollten ganz klar Sprint, Sprung und Wurf im Vordergrund stehen. Diese sind auch unabhängig vom Geschlecht zu verstehen.“ Terwort (2012) merkt dazu an: „Wer gut koppelt und lang- sam ist, wird den Ball nicht weit schmeißen. Wer den Ball nicht weit schmeißen kann, der wird wahrscheinlich auch später keinen langen Ball vom Tee schlagen.“ Dinser (2013) vergleicht Golf mit einer Wurfdisziplin: „Der Unterschied besteht nur darin, dass wir das Gerät (Golfschläger), welches wir beschleunigen nicht werfen, sondern auf einen Ball treffen lassen und dieser die Endgeschwindigkeit in Weite umsetzt. Die Voraussetzung für einen weiten Wurf sind unter anderem: Kraft, Schnelligkeit und die koordinative Kopplungsfähigkeit.“ Als Trainingsempfehlung sagt Dinser (2013): „Kraft und Schnelligkeit wird mit Krafttraining in Kombination mit Sprint und Sprüngen trainiert. Die Kopplungsfähigkeit mit Würfen. Dabei sollten die Wurfarten und Wurfgeräte variieren.“ Marysko (2012) verweist dabei noch auf ge- wisse Lernfenster im Kinder- und Jugendalter: „Man muss im langfristigen Leis- tungsaufbau darauf achten, dass man bei Kindern gewisse Zeitabschnitte (Lern- fenster) hat. Die Kinder müssen zum richtigen Zeitpunkt sprinten und werfen ler- nen. Im jungen Alter muss man eine gute Basis für diese leistungslimitierenden Faktoren legen.“

Zusammenfassend gehen die Empfehlungen zu einer späteren Spezialisierung. Al- le Befragten sind der Meinung, dass eine Spezialisierung auf eine breite athletische Grundausbildung basiert. Alle betonen dabei besonders die Schulung und Ausbil- dung des motorischen Grundgerüst, bestehend aus: Sprint, Wurf und Sprung.

Zentrale Bausteine des Trainings

Marysko (2012) hat positive Erfahrungen mit einem Stationstraining gemacht. Da- bei sollten sich die Athletischen und golfspezifischen Lerninhalte immer abwech- seln und in einer gewissen Beziehung zu einander stehen. „Balance – Schläge aus der Hanglage – mit einem Baseballschläger „gegen was hauen“ – dann Drives“ Ist ein Vorschlag von Ihm. Das Stationstraining kann acht bis zehn Stationen enthal- ten. Er kam diesbezüglich die Erkenntnis, dass: „die Motivation der Schüler durch ein solches Training höher und die Konzentrationsfähigkeit auch deutlich länger ist.“ „Gerade in den Wintermonaten, wo Golf draußen in der Kälte und im Dunkeln praktiziert wird, muss für die Kids das Training mehr Spaß machen“. Sonst gehen sie alle früher oder später zu Teamsportarten wie Handball oder Fußball.“ Gerade der „Funfaktor“, welcher im Kinder- Jugendalter eine entscheidende Rolle spielt, darf nicht zu kurz kommen. Auch Terwort (2012) schwört auf den regelmäßigen Einsatz eines Integrativen Trainings.

Integration des Langhanteltrainings

Das Langhanteltraining kann als Ganzkörpertraining angesehen werden. Auf Grund der spezifischen Bewegungen gibt es nicht wie im Golf eine stärkere und schwä- chere ausgebildete Körperhälfte. Auch profitiert der Athlet im Langhanteltraining von einer guten Impulsweiterleitung. Der Athlet muss möglichst schnell (explosivar- tig) über eine gut koordinierte und gut getimte Bewegung in eine Körperstreckung arbeiten. Des Weiteren gilt es die Langhantel, welche sich frei im Raum bewegt, zu koordinieren. Ein zentraler Punkt im Langhanteltraining ist die Rumpf- und Bein- achsenstabilität. Nachteilig ist jedoch anzumerken, dass ein reines Langhanteltrai- ning für den Golfer nicht tragbar ist, da die Rotation fehlt. Somit darf das Langhan- teltraining nicht ein Alleinstellungsmerkmal besitzen. Es sollte immer mit anderen Übungen, beispielsweise Medizinballwürfen kombiniert werden. Zawieja (2012) empfiehlt sein Langhanteltraining als Aufwärmprogramm vor jeder Trainingseinheit. Dabei sollte das Programm nicht länger als 10 – 15 Minuten dauern.

Zukunftswünsche

Marysko (2012) hat sich als Ziel gesetzt: „dass die Athleten auf ein Niveau gebracht werden, wo man einfach weiterarbeiten kann. Die Athleten müssen das körperliche Gefühl haben, dass man nur Topleistungen bringen kann, wenn die Übun- gen/Aufgaben gemacht werden!“ Die Denke der Athleten muss sich noch ändern. Er ist sogar der Auffassung, dass ca. 90 % aller Golfer diese Notwendigkeit noch nicht erkannt haben. Auch muss das Verständnis der Athleten dafür während der Wettkämpfe mehr geschult werden. Die Athleten müssten verstehen, dass ein Ath- letiktraining zwischen den einzelnen Wettkampfrunden förderlich und nicht schäd- lich ist. Er nennt dazu ein Beispiel von Moritz Lambert: „Moritz hat während seiner Qualifikation 2012 zur Tourkarte sein Programm mit dem THX Band und Intervall- läufe absolviert!“ Auf Clubebene wünscht er sich, dass ein Athletiktraining flächen- deckender in Deutschland stattfindet.

Neumann (2013) wünscht sich für die Zukunft: „Mehr Kooperationen mit für den Golfsport im Nachwuchsbereich förderlichen Sportarten wie z. B. aus der Leichtath- letik.“ Terwort (2012) unterstreicht die Meinung und empfiehlt mehr Offenheit der Golftrainer. „Öfters mal über den Tellerrand schauen!“

Die zentralen Bausteine des Athletiktrainings

Die folgenden Trainingsbausteine haben sich aufgrund der geführten Interviews herauskristallisiert.

Die Stabilität als Basis für den Golfschwung.

Schulung der motorischen Grundfertigkeiten Sprung, Sprint und Wurf.

Kopplung der Verbesserung und Schulung des Gleichgewichtsinns.

Ableitung für die Praxis

Die frühzeitige Schulung und ständige Verbesserung der motorischen Grundfertig- keiten bestehend aus Sprung, Wurf und Sprint, hat sich als zentrale Trainingssäule heraus kristallisiert. Durchweg waren alle Befragen der Meinung, dass das die Ba- sis einer guten Athletischen Ausbildung sei. Dinser (2013) vertritt sogar die Mei- nung, dass der Golfschwung eine leichtathletische Bewegung sei, welche mit einer

Wurfdisziplin gleichzusetzen sei. Des weiteren verbessere ein Wurf-, Sprint- und Sprungtraining die nervale Ansteuerung des Athleten. Auch die Aussage von Ma- rysko (2012) unterstreicht die rechtzeitige Ausbildung dieser motorischen Grundfer- tigkeiten und betont dabei besonders die individuellen Lernfenster, die es zu be- rücksichtigen gibt. Da im Golfschwung die Impulsübertragung von unten nach oben und von innen nach außen geschieht, sollte eine rechtzeitige Schulung der Gleich- gewichtsfähigkeit eine weitere besondere Berücksichtigung in der Trainingsplanung finden. Die Gleichgewichtsfähigkeit steht im direkten Zusammenhang mit der soge- nannten Stabilität eines Golfathleten, welche wiederum einen sehr entscheidenden Einfluss auf den Präzisionsdruck hat. Wer gut „koppelt“, kann auch den Golfschlä- ger optimal im Abschwung beschleunigen. Hierbei steht das biomechanische Prin- zip der zeitlichen Koordination von Teilimpulsen absolut im Vordergrund.

Literatur

Dinser, A. (2013). Persönliches Interview, geführt vom Verfasser. Flensburg, 17.12.2013
Kaymer, M. (2011). – Interview in der FAZ. „Ich will nicht als ,One-Hit-Wonder’ dastehen“. Zugriff am 01.02.2013 unter http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/golfermartin-kaymer-ich-

will-nicht-als-one-hit- wonder-dastehen-11554422.html
Klöttschen, R. (2011), Onlineinterview auf http://www.golf.de http://www.golf.de/players-championship- 2011/index.cfm?objectid=60089313
Marysko, M. (2012). Persönliches Interview, geführt vom Verfasser. Heidelberg, 08.12.2013 Neumann, M. (2013). Persönliches Interview, geführt vom Verfasser. Wiesbaden, 18.01.2013 Pieper, M. (2010). Motorische Entwicklungsförderung im frühen Schulkindalter. Heidelberg. Inauguraldissertation

Terwort, M. (2013). Persönliches Interview, geführt vom Verfasser. Heidelberg, 08.12.2013 Zawieja, M. (2012). Persönliches Interview, geführt vom Verfasser. Heidelberg, 20.01.2013

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