6 Tipps für die Sporteltern von morgen

Tipp 1 „Lernen Sie Ihre Rolle kennen und lieben!“ 

Vielen Eltern ist gar nicht bewusst, dass sie die schönste Rolle von allen „Betreuern“ einnehmen dürfen. Sie sind diejenigen, die IMG_0225Ihre Kindern in den Arm nehmen dürfen. Sie dürfen sie herzlich drücken und auch mal einen Kuss geben. Nur Sie haben die Monopolstellung Ihrem Kind diese herzliche und körperliche Nähe geben zu dürfen. Also machen Sie davon auch Gebrauch. Eine Umarmung nach der Runde kann das eine oder andere schlechte Loch schnell vergessen lassen. Machen Sie sich in Ruhe Gedanken über Ihre Kompetenzbereiche. Was können/sollten Sie leisten und was besser nicht.

Nehmen Sie eine Rolle zwischen Kuschelteddy und Taxifahrer ein.

Tipp 2 „Klären Sie mit Ihrem Kind, wie sich Erfolg definiert!“

Was ist Erfolg? Wann war ein Golftag überhaupt erfolgreich? Sind es vielleicht gute Schläge, die den Tag als erfolgreich gestalten? Oder ist es vielleicht ein gutes Ergebnis beim letzten Turnier?  Kann man von Erfolg reden, wenn man einfach nur mal Spaß hatte und viel gelacht hat auf der Golfanlage? Oder muss Erfolg  immer messbar anhand von Zahlen oder Handicap Verbesserungen sein?

Ein häufiges Problem ist es, dass Eltern und Kinder eine unterschiedliche Meinung von Erfolg haben. Viele beziehen den Erfolg nur auf eine gute Golfrunde, oder ob das eigene HCP schon wieder besser geworden ist. Aber darum geht es nicht. Erfolg kann schon bedeuten, dass Ihr Kind etwas neues gelernt hat! Was hat es aus dem Unterricht mit dem Golftrainer mitgenommen? Hat es etwas gelernt? Kann es nun einen Schlag aus dem Bunker oder aus dem Rough besser spielen? Dann war es ein erfolgreicher Tag, welchen man gebührend Zuhause feiern sollte.

Fragen Sie lieber:

„Was hast Du heute gelernt?“ als „Wie hast Du gespielt?“

Tipp 3 „Es kann so schön sein, wenn man einfach nur zuschaut!“

Die Zeit geht so schnell vorbei. Aus Kindern werden Teenager und aus Tennager werden Erwachsene. Mein Tipp: „Genießen Sie einfach den Moment mit Ihrem Kind den Sport ausüben zu dürfen. Manchmal ist es besser sich einfach nur auf eine Bank zu setzten und dem Kind beim Training zu zuschauen. Kommentare wie: „Mach das so!“ oder „So hat MEIN Trainer mir das gesagt!“ haben dort keinen Platz.

Tipp 4 „Hören Sie auf die Stimme Ihres Kindes!“ 

Wann haben Sie sich das letzte Mal Zeit genommen, um mit Ihrem Kind über den Sport zu reden? Und wann haben Sie dabei mehr zugehört, als selber gesprochen?

Ist Ihnen dabei auch aufgefallen, dass das zuhören einem schwerer fallen kann als das selber reden?! Hierzu fällt mir ein klassisches Beispiel ein. Kennen Sie auch die Eltern, die bei jedem Wettkampf/ Turnier 18 Löcher mitlaufen.  Dabei laufen sie teilweise hektisch durch das Rough und warten bis das eigene Kind abgeschlagen hat. Liegt der Ball nach dem Abschlag auf dem Fairway, wird schon mal in Richtung Grün marschiert. Liegt der Ball im Rough, rennen die meisten Eltern – wie von der Tarantel gestochen – hektisch zum vermeintlichen Tatort und man beginnt hektisch nach mit der Ballsuche. Mal ehrlich, was glauben Sie denkt Ihr Kind dabei? Ist es glücklich einen so engagierten „Fan“ am Fairwayrand zu haben? Oder nervt ein solches Verhalten nicht irgendwann? Schlimmer wird es jedoch, wenn ein Ball ins Wasser oder in das Aus geschlagen wurde. Was ich damit meine? Denken wir uns zum Beispiel mal folgendes Szenario:

Ihr Kind schlägt einen Ball ins Wasserhindernis und Sie stehen in unmittelbarer Nähe. Der erste Blick von Ihrem Kind geht nicht in Richtung Bag um einen neuen Ball heraus zu holen, sondern zu Ihnen! Jetzt sind Sie mit so viel Elan bei der Sache und stöhnen und zeigen diese Enttäuschung durch eine nicht gewollte Körpersprache. – Aufbauend ist das nicht…

„Nur die wenigsten Kinder trauen sich den Eltern gegenüber ein NEIN zu sagen“

Tipp 5 „Ihr Kind zwischen Macht und Ohnmacht“

Immer wieder kommt es vor, dass ich Gespräche zwischen Eltern und deren Kinder mit bekomme. Häufig werden dabei schon die gewünschten erspielten Punkte diskutiert und das neue Handicap. Wenn ich sowas höre, stehen mir schnell die Nackenhaare zu Berge! Sie müssen sich nur die Frage stellen, was man wirklich beeinflussen kann und was nicht.

Macht vs. Ohnmacht

Mit Macht ist gemeint:

  • Ob Ihr Kind genügend Rundenverpflegung im Wettkampf hat
  • Ob Ihr Kind die passende Kleidung in der Golftasche hat. (Regenbekleidung wenn es regnen soll, Sonnencreme, falls die Sonnen scheint etc.)
  • Ob Ihr Kind die Golfschläger geputzt hat
  • Ob Ihr Kind konzentriert trainiert und WIE Ihr Kind trainiert

Mit Ohnmacht ist gemeint:

  • Wieviele Punkte Ihr Kind erspielen wird
  • Mit welchen Mitspielern Ihr Kind spielt und ob es diese auch noch mag
  • Wieviele Bruttopunkte Ihr Kind nach der Turnierrunde erspielt hat

Konzentrieren Sie sich nur auf das, was Sie wirklich beeinflussen können! Dann wird die Macht mit Ihnen sein!

Tipp 6 „Sehen Sie den Trainer als Verbündeten. Nicht als Konkurrent!“

Wir sitzen doch alle im gleichen Boot. Auch wenn der Trainer Ihres Kindes Entscheidungen trifft, die Sie als Eltern nicht nachvollziehen können, dann hat das bestimmt seinen Grund. Der Trainer sieht eher den Prozess und selten die Momentaufnahme Ihres Kindes. Vertrauen Sie ihm! Denn auch er will, dass Ihr Kind Spaß hat und sich weiterentwickelt!

Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese 6 Tipps Ihnen helfen werden Ihr Kind besser zu unterstützen! Probieren Sie es aus!

  1. Manfred Kolvenbach 25. November 2015 um 0:29

    Hallo, es gibt nichts Schöneres für meinen neunjährigen Sohn mit mir zusammen Golf zu spielen. Ich höre gerne seinen Unmut und seine Freude, aber auch seinen Rat, da Sohn Leon viel aus seinem Bauch entscheidet, welches Eisen ich nehmen soll bei der Grünannäherung. Er begann mit 3 Jahren mit dem Golfen und mit 5 Jahren auch der Beginn seiner Fußballleidenschaft. Diese soziale Sportart sind für Kids die mit Golfen groß werden, ein Aufbau seiner Mentaler Stärke. Mit 9 Jahren erspielte Sohnemann schon ein Hcp von 11,3 und das ist einzigartig in Deutschland.
    Nun könnte man sagen, na ja der Vater spielt hier groß auf. NEIN.
    Die Erfolge eines Kindes in jeder Sportart werden erzielt, wenn das Kind die Ratschläge seines Vaters annimmt, der auch Trainer ist. Nun nimmt der Vater auch die Hinweise und Ratschläge seines Sohnes war.
    Und ganz wichtig ist, das Kinder bis 10 Jahren möglich wenig 18 Bahnen- Turniere spielen sollten, damit die Lust auf’s Golfspielen nicht verloren geht. Wussten Sie schon, dass ein Kind über 18.000 Schritte bei einem 18 Lochturnier macht.
    Mein Tipp: Kind behutsam in jeder Sportart aufbauen, max. 2x die Woche gemeinsam Trainieren und Spielen und möglichst nur 9 Loch- Turniere spielen und viel mit seinem Kind über seine Sportart reden, da wir Eltern ja auch über die Schule mit ihm reden, um zu wissen wie der Deutsch-oder Englischtest usw. gelaufen ist.

    Bei den obigen 6 Tipps komme ich auch vor und wer nicht, der sein Kind liebt.

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  2. Hat dies auf Fairwaykids – der Blog rund um die Golfstars von Morgen rebloggt und kommentierte:

    Diesen Artikel habe ich im November 2015 geschrieben. Viel Spaß für alle, die Ihn noch nicht kennen beim lesen.

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