„Ausgequetscht“ mit PGA Pro Marcel Kunefke

Winterzeit = Pause für Driver, Eisen und Co.?

Nein, dass muss nicht sein! Sicherlich ist der Winter nicht immer einladend um sich für die bevorstehende Saison vorzubereiten. Meistens sind es Gründe wie: die Kälte, der Regen oder die frühe Dunkelheit im Winter die den Golfer vom Training abhalten. Doch was kann man machen, wenn die Trainingsmotivation groß ist und der eigene Golfclub über keine „wintertaugliche“ Übungsanlage verfügt?
Sollte Euer Golfclub über kein Flutlicht auf der Driving Range verfügen, oder sogar im Winter geschlossen sein, so findet doch mal heraus, wo sich die nächste Indoor-Golfanlage befindet. Mittlerweile gibt es in Deutschland viele Indoor-Golfanlagen.

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Damit Ihr mehr über das Training in der Halle erfahren könnt, hat sich FAIRWAYKIDS mit PGA Professional Marcel Kunefke getroffen. Marcel ist Head Professional im GC Schwarze Heide – Bottrop Kirchhellen und seit 2010 auch Leiter und Headpro der größten Indoor Golfanlage Europas. Die Arena79 in Bottrop verfügt derzeit über 18 Golfsimulatoren und einem knapp 90 qm großem Puttinggreen.

FAIRWAYKIDS: Was ist das Besondere an einem Training in einer Indoor Golfanlage?

MARCEL: Das Besondere an einem Indoor-Training ist es, dass man immer angenehme Temperaturen zum trainieren hat. Wir trainieren bei einer Raumtemperatur von 18 Grad. Somit können die Kinder bei normaler Golfkleidung versuchen die Anweisungen des Trainers umzusetzen. Im Winter wäre das gar nicht so möglich. Wie häufig habe ich es schon erlebt, dass die Kinder – wie Michelin Männchen eingepackt – zum Training kamen. Da war der Kampf mit der Golfbekleidung meistens größer als das Lösen einer Anweisung/Aufgabe mit dem Schläger!

FAIRWAYKIDS: Wie sieht ein normaler Arbeitstag in der Halle bei Dir aus, wenn Du speziell mit Kindern arbeitest?

MARCEL: Eigentlich unterscheidet sich das kaum von einem Arbeitstag draußen. Jedoch ist es bei den Kindern wichtig, die Inhalte spielerisch und dennoch zielführend zu strukturieren. Gerne baue ich ein Stationstraining in der Halle auf. Diese besteht aber nicht nur aus golfspezifischen Aufgaben, sondern auch aus athletischen Stationen wie sprinten, werfen oder Klettern. (Wie haben in der Arena auch eine Kletterwand ;-)) Die Simulatoren ermöglichen mir auch, zum Beispiel einen „Longest Drive“ Wettbewerb mit einzubauen oder die Kinder spielen einfach mal ein Par 3!

FAIRWAYKIDS: So weit ich weiß, kann man auch verschiedene Golfplätze in den Simulatoren spielen. Sprich komplette Runden über 9 oder 18 Löcher. Wie sind denn Deine Erfahrungen mit Kindern diesbezüglich?

MARCEL: Die sind sensationell! Wenn man den Simulator geschickt einstellt, dann hat man sehr, sehr schnell Erfolg. Wählt man zum Beispiel den vorderen Abschlag aus, und schenkt man alles innerhalb von 4,20 Meter zum Loch, dann spielen die Kinder relativ schnell gegen Par. Somit bekommen die Kinder auch schnell ein Gefühl für gutes Golf und der Spaßfaktor ist viel höher, als wenn sie die Löcher normal spielen müssten.

FAIRWAYKIDS: Marcel, ihr habt auch ein großes Indoor-Puttinggreen. Merkst Du beim Putten Fortschritte/Verbesserungen im Frühjahr, durch das Training in der Halle auf Kunstrasen?

MARCEL: Ja! Das Grün in einer Indoor-Halle ist relativ schnell. Ich bin der Auffassung, dass man putten nur auf guten und schnellen Grüns lernen kann. Somit sehe ich klare Vorteilen durch das Putttraining in der Indoor-Halle. Außerdem nutze ich das Puttinggreen häufig, um den Kindern ein „Break“ zu erklären bzw. wie man ein Grün lesen kann. Gerne lasse ich die Kinder auch mit unterschiedlichen Bällen putten. Das schult die Differenzierungsfähigkeit beim putten und sensibilisiert die Kinder für eine bessere Längenkontrolle.

FAIRWAYKIDS: Nutzt Du in der Indoor-Halle auch Radarmessgeräte wie z. B. einen Flightscope oder einen Trackman?

MARCEL: Solche Systeme nutze ich immer mal wieder in meinem Training. Es hilft mir auch, den Ballflug besser zu analysieren und dem Kind/Jugendlichen eine bessere Analyse geben zu können. Wenn ich z. B. ein Stationstraining in der Halle veranstalte, dann kommt der Trackman auf jeden Fall zum Einsatz. Die Kinder müssen dann eine Ballreihe damit schlagen.

FAIRWAYKIDS: Ballreihe? Kannst Du uns das ein wenig näher erklären?

MARCEL: Mit Ballreihe meine Ich, dass ich den Kindern einen Korridor von 80 Meter bis 150 Meter vorgebe. Nun müssen die Kids versuchen, möglichst viele Bälle nacheinander in den Korridor zu schlagen, wobei immer der nächste Schlag länger sein muss als der vorherige. Im Anschluss notieren die Kids die Anzahl der geschafften Schläge in Folge.

FAIRWAYKIDS: Das ist ja eine gute Übung! Aber, nicht jeder kann sich einen Trackman oder Flightscope leisten. Hast Du auch eine Empfehlung für eine Kindergeldbörse?

MARCEL: Habe ich tatsächlich. Der Swing Caddie SC 200 von VOICE Caddy ist ein super Trainingsgerät. Er kann zwar nicht ganz so viel, wie ein Flightscope oder Trackman, aber er bietet neben der Längenkontrolle auch zwei Trainings-Modi für das kurze und lange Spiel!

FAIRWAYKIDS: Marcel, vielen Dank Dir für das tolle Interview! Wir wünschen Dir alles Gute!

MARCEL: Danke Euch auch! Und alles Gute für die FAIRWAYKIDS-KINDER!

image2Zur Person: Marcel Kunefke
Marcel ist Golflehrer im Ruhrgebiet. Seit 2008 ist er Fully-Qualified-Professional im Golfclub Schwarze Heide in Bottrop-Kirchhellen e.V.. Darüber hinaus ist er seit 2010 Head-Pro und Leiter der Golfschule in der Arena79, einer Indoor-Golfanlage und seit 2016 Head-Pro im GC Schwarze Heide.

Mehr über Marcel erfährst Du unter hier

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