„Ausgequetscht“ mit David Cardew

In der heutigen Zeit ist die Arbeit mit Video und diversen Trainingshilfsmitteln schon nahezu selbstverständlich. Überall auf den Golfanlagen findet man Videohütten, wo man seinen Schwung sehen und durch einen Pro analysieren kann.

Seit Anfang des Jahres, gibt mir der Golfclub die Möglichkeit, mit einem TrackMan  ebenfalls zu arbeiten. Schon nach kurzer Zeit habe ich gemerkt, dass es eine neue Form des Trainings ist. Bewegungsmerkmale rücken in den Hintergrund. Es geht nicht mehr um ein bewusstes Ansteuern von Schläger, Hüfte oder Hände.

Die „Form“ des Golfschwunges rückt total in den Hintergrund. Es geht einzig und alleine um die „Funktion“ des Schwunges.

Der Trackman im Einsatz

Bei mir ist der TrackMan so gut wie in jeder Altersklasse im Einsatz. Egal ob ich mit Senioren oder Jugendlichen trainiere. Das „neue“ Verständnis über D-Plane und weiteren Parametern hilft mir und dem Spieler den Ballflug besser zu verstehen und zu beeinflussen.

Heute möchte ich Euch David Cardew vorstellen. David ist TrackMan Spezialist und Ansprechpartner für den Vertrieb und die Fortbildungen in Deutschland.

Fairwaykids: David, Du warst nicht immer für die Firma TrackMan Golf unterwegs. Was hast Du davor so getrieben und wie bist Du an diese Sportart Golf gekommen?

Hallo Christian, zunächst erstmal herzlichen Dank für die Einladung! Es ist wirklich spannend bei Deinem Projekt involviert zu sein! Ich finde das was Du hier für die Kinder im Golfsport auf die Beine gestellt hast wirklich vorbildlich! Nur so kann unser Lieblingssport wachsen…

Aber nun zu Deiner Frage: Du hast Recht, ich bin seit Ende November 2014 bei TrackMan der Ansprechpartner für alle Themen rund um TrackMan. Das beinhaltet Vertrieb, Support, Schulungen und mein persönliches Lieblingsthema Tour Events. Vor meiner TrackMan Zeit war ich selber Golf Trainer in München bei der David Leadbetter Golf Academy.

Dafür begann ich meine Ausbildung direkt nach dem Abitur. Für mich war es schon immer klar, dass ich später im Golfbereich arbeiten und leben möchte. Meine Eltern sind selber begeisterte und gute Golfer und mein Onkel war selbst Teaching Professional in England. Es wurde mir also sozusagen in die Wiege gelegt.

Fairwaykids: Hattest Du in dieser Zeit schon Kontakt zu Kindern und Jugendlichen im Golf?

 

Natürlich habe ich als Golfprofessional selber das Kinder– und Jugendtraining im Golfclub Valley München geleitet. Um ehrlich zu sein, fehlt mir das denke ich am Meisten. Der Kontakt zu den Kids, das spielerischer Lernen und bei den Kleinen geht alles so schnell. Ein paar Mal die Übung vormachen und ruck zuck können es die Kinder auch! Die Entwicklung zu verfolgen und die Kinder heranwachsen zu sehen, zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen, Jugendliche zu Turnieren zu begleiten und Erfolge gemeinsamen zu feiern. Das ist wirklich was ganz Besonderes!

Fairwaykids: Wann und wie war Dein erster Kontakt zu TrackMan?

Schon seit dem ersten Tag meiner Ausbildung habe ich im GC Valley München das Fitting gemacht. Dabei konnte ich glücklicherweise mit einem damals noch TrackMan 2 arbeiten. Ab diesem Zeitpunkt haben mich die Zahlen und Daten fasziniert.

Fairwaykids: Was hat sich für Dich durch die Arbeit mit dem TrackMan verändert?

Die Zahlen lügen nicht! So viel ist klar. Und weil die Zahlen nicht lügen und der TrackMan die Schläger- und Balldaten misst, hat es meine Arbeit deutlich vereinfacht. Ich finde schneller die Probleme und kann sie gezielter bearbeiten. Wenn z.B. ein Spieler Probleme in der Richtungskontrolle hat weil der Ball zu viel zur Seite weg dreht, kann ich schnell nach den primären Faktoren dafür suchen. Genau diese Zahl wähle ich dann aus, gebe dem Spieler eine oder zwei Übungen dazu und wir beobachten den Fortschritt. Werden die Zahlen besser, kann ich den Spieler auch damit alleine trainieren lassen. Sehe ich keine Verbesserung, muss ich nochmal Input hinzugeben. Zahlen isoliert zu betrachten und so gemeinsam mit dem Spieler Lösungswege zu finden macht die Arbeit enorm viel einfacher.

Man kann auch einiges ausprobieren. Mit Absicht nach großen Änderungen der Zahlen zu suchen und den Spieler auch mal alleine Lösungsansätze ausprobieren zu lassen. Ich denke so funktioniert ein guter Lernprozess.

Fairwaykids: Hast Du spezielle Erfahrungen mit dem TrackMan im Kinder- und Jugendtraining gemacht?

Kleine Wettkämpfe im Test Centre, Nearest to the Pin oder Longest Drive. So habe ich auch das Spielen gelernt. Um ehrlich zu sein, war für mich stupides Bälleschlagen ziemlich langweilig. Ich wollte immer kleine Wettbewerbe auf der Driving Range. Und ich denke wenn man TrackMan richtig einsetzt kann man jeden damit ansprechen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Der Trainer sollte nur nicht zu kompliziert die Trainingseinheit gestalten. Versucht man alle Zahlen auf einmal zu ändern, kommt man schnell nicht weiter.

Fairwaykids: Gibt es eine Übung, die Du speziell Kindern und Jugendlichen empfehlen würdest?

Nearest to the Pin und Longest Drive. Das sind die Klassiker. Bei Kids geht es auch immer um maximale Schlägerkopfgeschwindigkeit. So etwas lernt man nur wenn man noch jung ist. Allerdings kann man auch seinen eigenen Test erstellen. Ich würde es verpflichtend machen, dass jeder Jugendliche mind. einmal pro Woche einen Test durchläuft. So kann ich Fortschritte erkennen und alles systematisch festhalten.

Fairwaykids: Gibt es eine Möglichkeit, mit einem TrackMan zu trainieren, wenn der Heimpro keinen besitzt?

Ja gibt es! Wir haben speziell für solche Kunden einen TrackMan Locator. Der zeigt Euch wo sich der nächste TrackMan in der Gegend befindet. Einfach kostenlos auf mytrackman registrieren und auf diesen Link drücken: Trackman Locator

Alternativ arbeiten fast alle Golf Verbände in Deutschland mit einem TrackMan und auch fast alle großen Golfclubs in Deutschland z.B. der HH Golfclub Falkenstein, St. Leon Rot, Münchner GC oder Frankfurt.

Fairwaykids: Wo siehst Du gravierende Unterschiede zwischen Mädchen und Jungs? 

Der sicherlich größte Unterschied zwischen Jungen und Mädchen ist die Schlägerkopfgeschwindigkeit.

Die Länge des Abschlags ist einer der wichtigsten Faktoren im Golf und eins zu eins aufs Handicap übertragbar. Da Männer von Grund aus mehr Schlägerkopfgeschwindigkeit haben, müssen sie mit dem Driver nicht maximale Länge generieren. So können Sie sich leisten einen leicht negativen Eintreffwinkel an den Ball zu bringen, was dazu noch zu etwas mehr Kontrolle der Flugrichtung führt.

Frauen im Gegensatz, müssen aus der fehlenden Schlägerkopfgeschwindigkeit das maximale Potential rausholen. So sieht man auf der Tour bei Frauen einen positiveren Eintreffwinkel als bei Männer. Das generiert mehr Ballgeschwindigkeit, sorgt für einen höheren Abflugwinkel und reduziert den Spin. Frauen liegen beim Drive in der Regel bei ca. +4° Aufwärtsbewegung, dagegen Männer eher bei -1° Abwärts.

Zur Info: Die Longhitter auf der Tour, egal ob männlich oder weiblich, haben fast alle einen positiven Eintreffwinkel.

Fairwaykids: Welche Erkenntnis hast Du durch die Arbeit mit dem TrackMan noch dazu gewonnen? 

Ich denke TrackMan hat mir gelehrt, dass es am wichtigsten ist wie man an den Ball kommt. Natürlich sollte jeder Spieler solide Bausteine in seinem Schwung besitzen, aber mir ist nicht mehr so wichtig ob ein Spieler ein paar Grad unter oder über der Ebene schwingt. Jeder findet bei TrackMan seinen eigenen Weg. Ich will nicht sagen: „Hauptsache die Nummern stimmen“, aber wenn ein Spieler gute Werte kontinuierlich erzielen kann ist das schon viel Wert.

Dazu kommt noch die Wichtigkeit vom eigentlichen Treffmoment. The „Moment of Truth“ wie man so gern sagt. Den Schläger im Sweetspot zu treffen ist zwingend notwendig und Hacken-und Spitzentreffer haben ebenfalls Auswirkungen auf den Ballflug! Sogar bei einem Eisen

Fairwaykids: Vielen Dank Dir für das tolle Interview . Dir noch alles Gute für die Zukunft!

 

Zur Person: 

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David bei der Arbeit mit Max Kiefer

  • Name: David Cardew
  • Geboren 1990
  • War Mitglied im Ingolstädter Golfclub im Alter von 3 Stunden.
  • Ging zur Schule bis nach dem Abitur 2010
  • 2010-2012:  berufliche Ausbildung zum Golf Professional der PGA of Germany
  • 2012- 2014 Sportkoordinator im Golfclub Valley München. Dort für die Betreuung der Mannschaften, Kinder – und Jugendtraining verantwortlich.
  • 2014 – heute: TrackMan Sales Manager für Deutschland

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