„Ausgequetscht“ – Unser Partner-Pro Stefan Müller

Stefan Müller ist einer unser Partner-Pros. Er erzählt uns wie er zum Golfsport kam, welcher Kinderschläger er gut findet und was in der Ausbildung von Kindern noch so wichtig ist.

Stefan Müller – Ein Partner-Pro von Fairwaykids

Heute haben wir uns mit unserem Partner-Pro Stefan Müller getroffen und in ausgequetscht. Stefan hat sich ausgiebig Zeit genommen und uns alle Fragen in Ruhe beantwortet. In unserem Interview mit Ihm erfahrt Ihr, wie Stefan zum Golfsport gekommen ist, wo er als Golftrainer schon gearbeitet hat und was seine YoungRoosters sind.

Hallo Stefan, wie geht es Dir und was machst Du im Moment so?

Hallo Christian, danke der Nachfrage. Mir geht es gut. Ich bin seit Anfang Oktober in meinem neuen Club, dem GC Haan-Düsseltal, und bin dort voll auf damit beschäftigt, die Jugendarbeit neu zu strukturieren mit allem was dazu gehört. Außerdem schreibe ich gerade meine Studienarbeit zum Thema „Altersgerechtes Wettkampfsystem für die AK 10 und 12 im Golfsport“. Wie du siehst, wird es nicht langweilig! 😉 

Wie bist Du zum Golfsport gekommen, und wie alt warst Du da?

Ich hatte damals das Glück, dass 700m vom Haus meines Vaters ein Golfplatz gebaut worden ist. Leider war ich zu diesem Zeitpunkt bereits 14 Jahre alt. Hätte gerne so wie ein Großteil meiner heutigen Schützlinge schon mit 5 Jahren oder früher begonnen.

Warum bist Du Golf-Professional (Golflehrer) geworden? 

Das war schon als ich mein Abitur gemacht habe eine Idee die mir sehr gefallen hat, da ich gerne mit Menschen arbeite und den Golfsport liebe. Nachdem ich mich dann aber erst dem Jura- und BWL-Studium gewidmet habe, musste ich nach 3 Jahren, Gott sei dank erkennen, dass ich meiner Leidenschaft folgen möchte, die die ganze Zeit schon in meinem Kopf war. So bin ich 2003 Golf-Professional geworden und habe mich seit dem sehr intensiv mit den Themen Jugendarbeit und Leistungssport auseinander gesetzt. 

Von 2012 bis 2016 warst Du hauptamtlicher Landestrainer des Baden-Württembergischen Golfverbandes. Dort hast Du es mit vielen guten Jungs beruflich zu tun gehabt. Beschreib uns doch kurz einen normalen Arbeitstag aus dieser Zeit.

Hm, das ist gar nicht so leicht, da es sehr vielfältige Aufgaben waren. Aber ich denke interessant ist so ein typischer Trainingstag mit den Jungs aus dem Spitzenkader, wie wir ihn im Winter fast jede Woche einmal hatten. Wir hatten das Glück den Golfclub St. Leon-Rot als Trainingsstützpunkt zu haben. So konnten wir Vormittags in die Indoorhalle und dort unter optimalen Bedingungen am kurzen Spiel zu arbeiten . Wir sind um 8:30 meist mit einer Kurzspieleinheit im Bereich Chippen gestartet ca. 90 Minuten. Danach ging es weiter mit 120 Minuten Putten. Nach dem Mittagessen standen dann 3-4 Stunden Training im Bereich Langes Spiel, Pitchen und Bunker an. Anschließend haben wir meistens noch 1 Stunde Athletiktraining absolviert. So sah ein typischer Trainingstag aus. Ansonsten gehört  natürlich auch viel Planungsarbeit, Stützpunktbesuche etc. zu meinem Arbeitsalltag. 

Jetzt arbeitest Du im GC Haan-Düsseltal. Mit welchen Aufgaben bist Du dort betreut?

Im GC Haan-Düsseltal bin ich „normaler“ Pro, sprich ich gebe ganz normal Golfunterricht für Jedermann  Die Hauptaufgabe mit der ich im Club beauftragt bin ist die Jugendarbeit. Dies ist auch der Hauptgrund, warum ich mich für diesen Club entscheiden habe, da man hier bereit ist, im Bereich der Jugendarbeit etwas zu tun. Meine Aufgabe ist es, die Jugendarbeit wieder aufzubauen und weiter auszubauen. Zusätzlich betreue ich noch ein paar weitere Club-Mannschaften. 

Auf Deiner Homepage kann man die Abkürzung YR lesen. Was bedeutet das und was steckt genau dahinter?

Hm, das ist ganz witzig. Als ich mir Gedanken über die Jugendarbeit im Club gemacht habe wollte ich ein Logo haben, das die Jugend anspricht und mit dem Golfclub verbindet. Da in Haan der Hahn eine große Bedeutung hat, war schnell klar, dass der Haan auch eine Rolle im Logo spielen muss. Und so ist die Idee der „Young Roosters“, der jungen Hähne, entstanden. Es repräsentiert also die Jugendabteilung des Golfclubs und steht für unser Konzept einer ganzheitlichen Entwicklung der Jugendlichen mit jeder Menge Spaß dabei. Dazu gehören ein Schlägerverleihsystem, passende Abschläge, Athletiktraining, Golftraining, Workshops, Feriencamps…und natürlich Partner mit passenden Angeboten für unsere Jugendlichen. Es ist ein System das gerade am entstehen/wachsen ist und hoffentlich nie zum Stillstand kommt sondern sich immer Weiterentwickelt, so wie wir es auch bei unseren Jugendlichen sehen möchten. Wer mehr wissen möchte kann uns auch auf Facebook und Instagram folgen. 

Als Fairwaykids Partner-Professional stehst Du für Qualität im Kinder- und Jugendtraining. Worauf achtest Du bei der Ausbildung der Kinder in Deinem Golfclub am meisten. 

Das ist schwer zu sagen, da es vom Alter der Jugendlichen abhängt. Aber grob zusammengefasst achte ich bei den Jugendlichen unter 10 Jahren sehr stark auf eine allgemeine koordinative und konditionelle Ausbildung. Im Altersbereich von 8-14 Jahren ist mir die Grundausbildung im Bereich der Basics sehr wichtig, sowohl Golftechnisch als auch Mental. Und ab 14 Jahren geht es dann sehr stark um eine Individualisierung und den Aufbau von Leistung mit zunehmend stärkeren mentalen Aspekten. Das hängt aber natürlich auch sehr stark vom Trainingsalter der Jugendlichen ab, sprich wann sie begonnen haben und wie gut sie ausgebildet wurden. Aber was über allem steht ist natürlich der Aspekt Spaß!  

Hast Du einen speziellen „Eltern-Tipp“ deren Kinder gerade mit dem Golfsport angefangen haben? 

Das ist ein Thema über welches ich stundenlang philosophieren könnte. Aber ich kann es auf 3 Tipps reduzieren.

Zunächst möchte ich die Wichtigkeit von passenden Schlägern betonen. Ich habe noch nichts gesehen, was so viel Schaden angerichtet hat, wie zu große und zu schwere Schläger. Bitte kaufen oder leihen sie keine Schläger nach dem Motto „da wächst mein Kind noch rein“! Deshalb gibt es bei mir im Club auch die Möglichkeit eines Schlägermietvertrages, bei dem der Schlägersatz immer ausgetauscht wird, wenn es an der Zeit ist für die nächste Größe. 

Ein weiterer Punkt der mir sehr wichtig ist, ist die Grundlagenausbildung (Stand, Griff, Fertigkeiten….). Dies sollte zwischen 8 und 12 Jahren zur Perfektion gefestigt werden. Dafür reicht ein normales Jugendtraining nicht aus. Tun sie sich mit anderen Kindern in diesem Alter zusammen und nehmen sie in Kleingruppen (2-3 Kinder) alle 1-2 Wochen 1 Stunde Training. Bei dieser Personenzahl hat der Trainer genug Zeit für jeden, um die Basics individuell zu perfektionieren.

Und der 3. Tipp richtet sich direkt an die Eltern. Ihre Unterstützung  ist wahnsinnig wichtig und sie haben eine breites Spektrum an Aufgaben wie fahren, motivieren, sprechen usw. Aber tun sie sich und ihrem Kind bitte einen ganz großen Gefallen: Golftechnik und alles was dazu gehört ist Aufgabe des Trainers und nicht ihre! Wir Trainer haben uns sehr lange mit diesem Thema auseinandergesetzt und haben ein genaues Bild und einen genauen Plan für jeden Spieler im Kopf. Daher verschonen sie bitte ihr Kind von technischen Anweisungen. Wenn es etwas gibt, auf das sie in diesem Bereich achten können, weil es gerade auf dem Trainingsplan steht, dann wird der Trainer sie mit einbeziehen in dieses Thema und es mit ihnen absprechen. 

Danke Dir für das Interview und hast Du noch einen Tipp für unsere Fairwaykids?

Sehr gerne und natürlich habe ich einen Tip für die Fairwaykids. Ich war die letzten Jahre viel international unterwegs und was mir sehr deutlich aufgefallen ist, ist der unterschied in der Qualität des kurzen Spiels, besonders was den Bunker und Pitchen betrifft. Daher mein Tip: stellt euch jeden Tag wenn ihr auf dem Golfplatz seit mindestens 30 Minuten in den Übungsbunker (der ist meistens eh leer), macht die Schlägfläche so weit auf wie es nur geht und versucht den Ball so hoch zu schlagen wie ihr nur könnt und ihn so schnell wie möglich zum liegen zu bringen. Idealerweise schlagt ihr den Ball dazu auf eine Stelle des Grüns, an der es bergab geht. Dort müsst ihr noch besser sein, um ihn schnell zum stoppen zu bringen. Und das wirklich jeden Tag wenn ihr auf der Anlage seit! Auch wenn ihr den Ball noch keine 300m weit schlagen könnt, könnt ihr dort so gut sein wie Jordan Spieth, Dustin Johnson oder Tiger Woods. Viel Spaß dabei! 😉

Hier gibt es mehr Informationen über Stefan:

Stefan Müller – Partner-Pro bei Fairwaykids – Hier könnt Ihr auch Stefan´s tolles Angebot für alle Fairwaykids lesen!

Stefan Müller – Homepage

 

 

 

 

  1. Meiner Meinung nach sollten wir bei den Kids uns um eine Lockerung der Golfkleidung bemühen. Dieses Denken, weg von den Markenklamotten, tritt doch auch im realen Leben immer mehr in den Vordergrund. Einem Handeln, den wir Rechnung tragen sollten, um den Nachwuchs bei der Stange zu halten

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