Ein Vorschlag zum Wettspielsystem für Kinder in einem Golfclub

Liebe Trainer,

liebe Jugendwarte & Funktionäre,

liebe Eltern,

heute möchten wir Euch eine tolle Idee von Moritz Dickel zum Thema:

Vorschlag eines möglichen Wettspielsytems für Kinder und Jugendliche in einem Golfclub 

vorstellen.

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Moritz Dickel

Moritz Dickel ist Fully Qualified Golfprofessional der PGA of Germany und hat seine Ausbildung im Hamburger Golfclub absolviert, wo er momentan auch arbeitet. Zu seinen Aufgaben gehört u. a.  die Betreuung und Ausbildung der AK 10, 12 & 14 Mädchenmannschaften im HGC.

Der Hamburger Golfclub wird ab April 2017 genau dieses System erstmalig in die Tat umsetzen.

Ein Artikel von Moritz Dickel – Fully Qualified Golfprofessional

In den letzten drei Jahren hatte ich die Chance einige Kinder auf ihrem Weg zur Platzerlaubnis zu begleiten und beim Spielen von Turnieren zu beobachten. Von Anfang an beobachtete ich immer wieder  Dinge, die mir nicht gefielen:

  • Die Kinder kommen in ihrer Golflaufbahn viel zu spät auf den Platz. Sie trainieren Stunden auf der Driving Range für etwas, das sie noch gar nicht kennen.
  • Wenn die Kinder dann endlich an Turnieren teilnehmen dürfen, ist der Platz viel zu lang. Da das Handicap einen großen Stellenwert hat, müssen die Kinder auf einen gerataten Platz spielen. Selbst die gerataten grünen Plätze sind meist zu schwierig und zu lang für den Einstieg. Die Kinder haben bisher ja kaum Erfahrungen auf dem Platz.
  • Die Scores sind dann so hoch, dass die Kinder oft einen oder mehrere Schläge schlichtweg vergessen.
  • Da die Plätze viel zu schwierig sind, wird auf das Stablefordsystem zurückgegriffen, was den Kindern ein falsches Bild von Golf vermittelt. Es gewinnt nicht der mit den wenigsten Schlägen, sondern der, der die meisten Punkte gesammelt hat, weil er in den vorherigen Turnieren mehr Schläge gebraucht hat und so seine Vorgabe noch nicht verbessern konnte.
  • Die Golfrunden der Kinder dauern viel zu lange, sodass andere Hobbys oder die Schulaufgaben auf der Strecke bleiben. Viele erwachsene Mitglieder sind zurecht genervt, weil der Platz so lange gesperrt  ist.
  • Aufgrund des hohen Stellenwerts von Handicap und dem damit verbundenen Status, wird es schwierig Kinder mit Aufgaben auf den Platz zu schicken. Jedes Turnier wird zum Performance-Turnier. Neue Schläge werden in Turnierrunden nicht ausprobiert. Das Ausbilden bzw. Festigen neuer Fähigkeiten gelingt nicht!
  • Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig es ist, das erste Mal unter Par zu spielen. Jedes Mal, wenn ich auf den letzten Löchern unter Par lag, bekam ich Panik und mein Spiel  brach völlig zusammen. Es dauerte einige Turniere, bis ich es das erste Mal eine Turnierrunde unter Par beenden konnte. Wäre es nicht toll, wenn die Kids in frühen Jahren lernen könnten, Pars und Birdies zu spielen und unter Par zu liegen?

Aufgrund dieser Beobachtungen habe ich mir Gedanken für ein kindgerechtes Turniersystem gemacht.  Im folgenden Abschnitt möchte ich Euch meine Idee für eine clubinterne Turnierserie vorstellen.

Levelsystem

Das „Levelsytem“ für Kinder und Jugendliche

Die Grundidee besteht darin, dass ein Kind eine gewisse Schlagzahl für einen Parcours unterbieten muss, um auf den nächst schwierigeren Abschlägen (nächstes Level) spielen zu dürfen. Es wird von Beginn an Zählspiel gespielt. Die Platzlänge der einzelnen Levels ist  so gewählt, dass keine Frustration entstehen kann. Schafft ein Kind ein Level, ist die Spielfähigkeit so hoch, dass es problemlos auf dem nächsten Level bestehen kann. Nachdem die Kinder ihr Kindergolfabzeichen in Bronze bestanden haben, dürfen sie an Turnieren teilnehmen. Die verantwortlichen Trainer können somit steuern, wer auf den Platz darf und wer noch etwas warten sollte. In Falkenstein haben wir sechs geratete Abschläge, die als Level drei bis sieben dienen.

In Level 1 werden 5 Löcher auf unseren ersten 2 Bahnen gespielt. Die Löcher sind maximal 110 Meter lang und es wird in Felder gespielt. Alle Bahnen sind Par 4s.

Übersicht

In Level 2 werden 6 Bahnen verkürzt auf die regulären Löcher gespielt.  Die Länge der Bahnen ist so gewählt, dass die Kinder den Stellenwert der Fähigkeit „Weitschlagen“ verstehen. Der Driver sollte immer für den Abschlag zum Einsatz kommen und nie dosiert gespielt werden müssen. Wer lang schlagen kann, soll im Vorteil sein!

Übersicht2

Ab Level 3 werden 9 Löcher von den regulären Abschlägen gespielt, wobei nicht Par-Standards des DGV benutzt werden. Eine 170 Meter Bahn ist für 10-jährige sicherlich kein Par 3, sondern ein driveable Par 4. Ab der Teilnahme am dritten Level kann also problemlos ein Handicap geführt werden. Allerdings wird es in den Ergebnislisten nicht veröffentlicht. Nur die reine Schlagzahl!

Ich hoffe, dass sich die Golfwelt der Kinder sich so verändert:

  2016:

Bildschirmfoto 2017-03-23 um 21.32.14

  2026:

Bildschirmfoto 2017-03-23 um 21.32.26

Ich freue mich sehr auf Euer Feedback! Für Fragen bin ich jederzeit gerne per Email zu erreichen. 

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