Welchen Einfluss hat Lob auf deine Entwicklung?

Welchen Einfluss hat Lob auf die Entwicklung von Kindern und wie können wir es im Golfsport nutzen?

Als Basis für meinen Artikel möchte ich eine amerikanische Studie nutzen, das Kurzvideo über die Studie verlinke ich unter dem Artikel.

Es gibt folgende Ausgangssituation. Ein einfacher IQ Test wird mit zwei Gruppen durchgeführt. Eine Gruppe wird danach für Ihre Intelligenz gelobt, die andere für Ihren Einsatz und Fleiß.

Ein kleiner Unterschied der noch große Folgen haben soll.

Für den nächsten Test steht eine Wahlmöglichkeit zur Verfügung. Eine schwere Variante, die mehr Potential der Lernentfaltung bietet und eine leichtere Version, bei der gute bis sehr gute Ergebnisse vorprogrammiert sind.

67% der Schüler, die für Ihre Intelligenz gelobt worden sind, wählten den einfachen Test, wohingegen sich  92% der anderen Gruppe für die schwierigen Aufgaben entschieden haben.

Wohl bemerkt, alles nur, weil die Kinder am Anfang unterschiedlich gelobt worden sind.

Stanford Prof. Carol Dweck argumentiert wie folgt:

LOB1

(Sinngemäße Übersetzung: Kinder denen früh erzählt wird, dass sie sehr talentiert, oder intelligent sind, brauchen diese Wertschätzung oder dieses Lob immer wieder und limitieren sich somit in Ihrer Entwicklung, sodass sie sich keinen schwierigen Aufgaben aussetzten.)

LOB2

(Sinngemäße Übersetzung: Kinder sollten sich mit Themen auseinandersetzen, an denen sie hart arbeiten, sich selbst herausfordern und aus ihrer Komfortzone heraus bewegen. Erst dann können sie sich optimal Entwickeln.)

LOB3

(Sinngemäße Übersetzung: Kinder mit der richtigen Einstellung wissen, dass sie sich selbst herausfordern müssen. Kinder die früh in eine Talent- oder Intelligenzschiene gesteckt werden, laufen Gefahr, sich nicht herauszufordern, um keine Fehler zu machen und mehr Lob zu bekommen. )

Der dritte und vorletzte Test ist vom Schwierigkeitsgrad so hoch, sodass er nicht zu lösen war. Das Ergebnis, dass vielleicht jetzt nicht sonderlich verwunderlich wirkt war folgendes. Die „Intelligenzgruppe“ hat sehr schell aufgegeben auf und war nach dem Test sehr frustriert. Die andere Gruppe arbeitet härter, länger und mit mehr Freude an den Aufgaben.

Zum Abschluss wird ein Test gewählt, dessen Schwierigkeitsgrad mit dem ersten identisch ist . Die Ergebnisse sind schockierend. Während die „Fleiß-Gruppe“ ihre Ergebnisse um 30% verbessert, verschlechtern sich die anderen um 20%. Dies entspricht einem Performance Unterschied von 50%.

final test

Was können wir daraus fürs Golftraining ableiten?

Grundsätzlich halte ich es nicht für verkehrt Kinder zu loben. Wir sollten nur darauf achten, worauf wir den Fokus dabei legen. Denn der falsche Fokus kann einen großen Unterschied bewirkten. Wir als Trainer, Eltern, oder Betreuer sollten den Fokus nicht auf die Ergebnisse lenken, zumindest nicht, so lange die Kinder noch in der Entwicklung stecken. Stattdessen, sollten wir die Aufmerksamkeit auf den Prozess des Besserwerdens legen.

Kinder müssen lernen, dass Fehler nichts schlechtes sind, sie müssen lernen, dass wir unsere Potentiale nur dann vollends entfalten können, wenn wir Fehler machen. Wenn wir uns in Situationen begeben, die unsere derzeitigen Fähigkeiten überschreiten, wenn wir aus der Komfortzone heraustreten. Wir müssen ihnen die Angst vor dem Scheitern nehmen. Das sind Werte die wir vermitteln sollten.

Durch zu frühes Lob der Leistung oder des Talents bewirken wir eher das Gegenteil. So bewirkten wir, dass die Kinder ihre Eigenmotivation verlieren. Sie legen mehr Wert auf das Lob, dass sie bekommen, als auf Ihren Prozess. Somit berauben wir den Kindern ihre bestmögliche Entwicklung.

Praise dont praise

Beim Nächsten mal sollten wir also genau überlegen, was wir sagen. Denn am Ende wollen wir ja nur das Bestmögliche für die Kinder.

 Link zum Video der Studie (englische Version)

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