Mensch ärgere dich nicht, ein paar schlechte Schläge sind doch nicht so schlimm…

Liebe Fairwaykids-Leser heute möchte ich mit dem Thema emotionaler Kompetenz im Golfsport beschäftigen.

Wie gehe ich mit “schlechten Schlägen“ auf der Runde um ?

Wie schaffe ich es niemals aufzugeben?

Die sportliche Seite von emotionaler Kompetenz wird an einem Beispiel aus dem Profiboxen sehr deutllich. Im Jahre 1997 fand ein Boxkampf zwischen Evander Holyfield und Mike Tyson statt. Tyson hatte sich im Vorfeld schon als klarer Sieger gesehen und sich nicht perfekt vorbereitet. Tyson der ein paar Rückschläge hinnehmen musste war mit der unerwarteten Situation überfordert, konnte seine Emotionen nicht beherrschen und biss daraufhin seinem Gegner ins Ohr. Die Folge war , dass er disqualifiziert wurde und ihm seine Boxlizenz für ein Jahr entzogen wurde. Tyson fand nach Ablauf der Sperre nie wieder zu seiner alten eigentlich unschlagbaren Form zurück und beendete  kurze Zeit darauf seine Karriere.

Ihr fragt euch jetzt sicherlich was hat das denn mit dem Golfen zu tun?

Bei der Sportart Golf geht es in erster Linie um die Technik sowie körperliche Fitness. Das Golfen birgt aber auch ein großes Maß an Emotionalität in sich.

Jeder Schlag beim Golfen wird von Emotionen begleitet. Und bei jedem Turnier spielen Emotionen eine entscheidende Rolle auf dem Platz. Während eines Turniers erleben viele Sportler regelrechte emotionale Berg- und Talfahrten. Negative Gefühle wie Ärger über schlechte Schläge oder Angst vor Versagen rauben Kraft und kosten Energie. Sie verhindern die Entfaltung unseres Potenzials, verderben die Freude am Spiel.

Golf spielt man bekanntlich nicht über ein Loch sondern entweder über neun oder achtzehn Löcher, hierbei kann es gut passieren, dass der eine oder andere Schlag nicht wie gewünscht ausfällt und der Score dementsprechend unzufriedenstellend wird.  Wenn ein Golfspieler es jetzt nicht schafft den Umgang mit solchen problematischen und negativen Gefühlen zu steuern, so wird er diese negative Grundeinstellung weiter mit auf die nächsten Löcher nehmen und entfernt sich immer weiter von seinem persönlichen Topscore.

Wie kann es dazu kommen, dass ein zwei schlechte Schläge einen Golfer völlig aus der Bahn werfen.

Das Problem liegt darin begründet, dass man sich vor einem Wettspiel sehr viel vornimmt und am Besten mehr als 100 Prozent seines potentiellen Spielvermögen abrufen will. Besonders stark ist diese eigene Erwartung vor einem Mannschaftspiel oder wenn die äußeren Bedingungen so gut sind, dass jeder sein Handicap schon vor der Runde im Geiste unterspielt hat. Die Realität zeigt uns aber leider andere Ergebnisse, so kommt es oft genug vor dass der Score von dem Wunschergebnis soweit weg ist wie der Nordpol vom Südpol. Die Ursache hierfür liegt darin begründet, dass der Druck den man sich vorher durch die zu hohe Erwartungshaltung macht zu groß wird und wir emotional damit nicht umgehen können wenn plötzlich eine unerwartete Situation entsteht. Wenn erst alles wie erwartet läuft geht man davon aus, dass der Plan eine Traumrunde zu spielen diesmal funktioniert. Sobald der erste Ball im Aus landet ist in diesem Moment der Traum zerstört und man beginnt die eigene Leistung zu hinterfragen und wenn dann noch ein schlechter Schlag kommt ist die Runde spätestens endgültig gelaufen. Es gibt aber eine Lösung die Runde doch noch zu retten.

Verurteile dich nicht für einen misslungenen Schlag, ansonsten werden ihm weitere folgen. Hilfreicher wäre es, eine Haltung einzunehmen, die schlechte Schläge akzeptiert – als Teil des Spiels. Jeder Ärger, den du hier empfindest, beeinflusst deine Stimmung und deine Konzentration. Wenn du darüber grübelst, warum der Schlag danebenging, bewegst du dich  gedanklich in der Vergangenheit. Emotionale Kontrolle ist beim Golfen sehr wichtig. Schließlich haben unsere Emotionen nicht nur einen starken Einfluss auf unsere Leistung, sondern auch auf unseren Umgang mit Flightpartnern und Ereignissen auf dem Platz. Gefühle, Verhalten, Körper und Gedanken beeinflussen sich gegenseitig.Versuche dir selber klar zu machen, wann du emotional aus dem Gleichgewicht kommst. Wenn du diesen Moment bewusst wahrnimmst, hast du die Chance, aktiv gegenzusteuern. Je mehr deine positiven und negativen Emotionen im Gleichgewicht sind, desto flexibler und selbstbewusster kannst auf Stresssituationen reagieren. Wenn du merkst, wie du emotional ins Wanken gerätst, z.B. durch Wut oder Enttäuschung nach einem verpatzten Schlag, kann das Denken an  vergangene Erfolgserlebnisse helfen. Wenn du die positiven Gefühle wieder weckst, kannst du damit  negative Emotionen verjagen. Um dich besser an deine positiven Erlebnisse auf dem Golfplatz zu erinnern, kannst du einen einfachen Trick anwenden. Schreibe dir nach jeder Golfrunde die beiden besten Erlebnisse von der Runde auf. Das Erlebte kann zum Beispiel ein langer gelochter Putt sein, ein Birdie oder Eagle, ein extrem langer Drive oder ähnliches  sein. Über die Zeit erhälst du dann ein Buch nur mit positiven Erlebnissen von der Golfrunde. Wenn du vor einem Turnier nervös bist kannst du immer ein paar Seiten aus deinem persönlichen Best of Golf Buch lesen und dich dann wieder besser fühlen. Führe für deinen Heimatplatz eine positive Statistik durch, schreibe dir immer das beste Ergebnis auf was du an einem Loch auf deinem Platz gespielt hast. Wenn du dich dann nach und nach auf jedem Loch verbessert hast, wird dir deine Statistik zeigen, dass es kein Loch auf dem Platz gibt was du nicht schon einmal mindestens PAR gespielt hast.

Du solltest am besten immer jedes Loch isoliert sehen und mit gleicher Motivation und positiven Gedanken an den Abschlag gehen. Auch wenn ein Loch mal nicht so gut war, bedeutet das nicht dass du nicht am nächsten Loch wieder ein Birdie spielen kannst.

Ich wünsche euch allen weiterhin eine erfolgreiche Saison und denkt dran unser Spiel nennt sich Golf und nicht Mensch ärgere dich.

Sportliche Grüße,

Felix

 

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