Wie wird man eigentlich Golf-Professional? Ein Gastbeitrag von Julia Krull

Heute möchten wir Euch einen Einblick in die Ausbildung eines Golf-Professionals gewähren.

Er ist ein Denker und Lenker, Motivationsmeister, Ausbilder, Entwickler, Coach,  Zuhörer und vieles mehr. Der PGA Golf-Professional von heute, oder schlichtweg auch einfach nur Golftrainer genannt.

Ich kann mich heute noch an meinen ersten Golftrainer erinnern. Für mich war er – das weiß ich jetzt mehr denn je – ein Mentor! Einer, der mir neben dem Golfspielen auch Werte und Normen im Sport vermittelt hat. Die Ausbildung zum PGA Professional gehört mittlerweile zur Besten in ganz Europa. Damit Ihr einen kleinen Einblick in die Ausbildung eines PGA Professional bekommt, hat sich Julia Krull vom Düsseldorfer Golf-Club bereit erklärt Euch über Ihre Ausbildung zu erzählen. Viel Spaß beim Lesen! Euer Christian

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Ich selber bin gerade im 3. Lehrjahr und absolviere meine Lehre im Düsseldorfer Golf Club e.V.

Hallo liebe Fairwaykids Leser,

heute möchte ich Euch, in meinem ersten Gastbeitrag, etwas über die Ausbildung zum PGA Professional ( Golflehrer) erzählen.

Ich selber, bin gerade im 3. Lehrjahr und absolviere meine Lehre im Düsseldorfer Golf Club e.V..

Aber wie sieht so eine Ausbildung zum PGA Professional überhaupt aus ?

Zuerst einmal gibt es strikte Zulassungskriterien, die dafür sorgen sollen, dass alle angehenden Golflehrer ein fundiertes Grundwissen und ein gewisses Spielniveau haben .

Im Einzelnen sind es folgende Vorraussetzungen:

  • 18 Jahre oder älter
  • Mindestens HCP -12,4
  • Sportärztliches Attest
  • Nachweis über einen absolvierten Erste Hilfe Kurs
  • Gültige C – Trainer Lizenz
  • Erfolgreich bestandener Eingangstest

Die gültige C – Trainer Lizenz haben ich im, von der PGA geführten, PreCourse absolviert. Das ist ein dreimonatiger Kurs, der meistens im Sommer vor der eigentlichen Ausbildung stattfindet.

Dort wurden aber nicht nur die Grundkenntnisse für den C – Trainer sondern auch das Wissen für den Eingangstest vermittelt.

Nach dem PreCourse ging es dann im folgenden Februar so richtig los.

Die Ausbildung geht über drei Jahre und ist in zwei Module unterteilt.

Das Modul I dauert ein Jahr und schließt mit der Assistentenprüfung ab. Darauf folgt Modul II, welches 2 Jahre dauert.

Die Assistentenprüfung oder auch Zwischenprüfung genannt, befähigt den Auszubildenden dazu, einem Anfänger bis HCP -45 Unterricht zu erteilen, sowie den Titel „PGA Assistent“ zu tragen.

Die Prüfung beinhaltet eine Lehrprobe im Einzelunterricht, eine Technikdemonstration, eine mündliche Prüfung in den Fächern Golftechnik und Sportwissenschaft sowie eine schriftliche Prüfung zu den Themen Golfregeln, Golfgeschichte, Materialkunde und Wettspielorganisation.

Nach erfolgreichem Bestehen, gelangt man dann in Modul II.

Um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden, muss man während Modul II einige Kriterien erfüllt haben:

  • Pro Jahr 5 Turnierrunden spielen
  • Besuch eines Schlägerreperaturworkshop
  • Bestehen des Playing Ability Test ( PAT)

Der Playing Ability Test ( PAT) ist eine der größten Hürden für viele Azubis. Er dient dazu, seine eigene Spielstärke unter Beweis zu stellen. Dafür hat jeder Lehrling vier mal pro Jahr, die Chance und zwar auf unterschiedlichen Plätzen in Deutschland. Bestanden gilt der PAT, wenn er an zwei aufeinanderfolgenden Tagen +12 oder besser über CR gespielt hat .

Sobald man nun alle Kriterien erfüllt hat und zur Abschlussprüfung zugelassen wurde, wird man erneut in fünf Bereichen geprüft: eine Lehrprobe im Einzelunterricht, eine Gruppenlehrprobe, eine mündliche Prüfung zu den Themen Golftechnik, Sportwissenschaft und Materialkunde und eine schriftliche Prüfung in den Themen Kaufmännisches Wissen, Clubmanagement, Turnierorganisation und Wettspielstruktur. Außerdem gibt es nochmals eine Technikdemonstration.

Nach erfolgreichem Abschließen dieser Prüfung darf man sich nun „Fully Qualified PGA Professional“ nennen und einem erfolgreichen Start ins Golfbusiness steht nichts im Wege.

Wie man vielleicht erahnen kann, ist die Ausbildung bei der PGA sehr breit gefächert. Schwerpunkte der Ausbildung sind nicht nur Golftechnik sondern auch Sportwissenschaft und kaufmännisches Wissen, so dass man auch für andere Tätigkeiten in der Golfbranche gut vorbereitet ist.

Und warum habe ich diese Ausbildung gewählt ?

Als ich im Alter von 11 Jahren mit dem Golfsport begann, stand für mich ziemlich schnell fest, dass ich Golflehrerin werden möchte.

Nach einem einjährigen Praktikum in der Hummelbachaue in Neuss, und einigen Gesprächen mit meinem damaligen Trainer Günter Kessler, stand für mich im Sommer 2015 fest: „ Ich beginne die Ausbildung“. Vor allem das Kinder- und Jugendtraining macht mir unheimlich viel Spaß!

Bisher habe ich Gott sei Dank diesen Schritt noch nicht bereut, im Gegenteil!

Das hängt auch mit der guten und spannenden Ausbildung der PGA zusammen.

Wie sieht mein Jugendtraining aus?

In meinem Ausbildungsclub haben wir die glückliche Lage, dass wir relativ viele Jugendliche haben und ich somit den Großteil mit Jugendtraining beschäftigt bin. Dabei unterrichte ich die Kinder im Alter von 5-15 Jahren. Gerade bei den kleineren Kindern lege ich viel Wert auf die Ausbildung der allgemeinen Kondition und Koordination. Aber auch bei den großen Kids sind Kondition und Koordination fast immer Bestandteile des wöchentlichen Trainings.

Immer wieder stelle ich fest, dass die Kinder in den koordinativen, aber auch konditionellen Bereichen sehr schwach ausgebildet sind. Meiner Meinung nach, hat das viele Gründe. Die Kinder heutzutage sind meistens lieber am PC, anstatt draußen mit Ihren Freunden zu spielen. Sich außerhalb der vier Wände zu bewegen, bedeutet sich unbewusst genau diese Fähigkeiten anzutrainieren.

Aber auch die langen Schultage haben natürlich auch Auswirkungen auf die (sportliche und aktive )Freizeitgestaltung. Deswegen ist es unglaublich wichtig, dass wir als Trainer aber auch die Eltern die Kinder immer wieder zum Sport animieren. Und das muss nicht nur Golf sein. Für die allgemeine sportliche Ausbildung ist es sogar von Vorteil, wenn ein Kind auch noch andere Sportarten neben dem Golf betreibt, wie zum Beispiel Tennis.

Mir ist auch wichtig, dass die Kinder schon früh erkennen, dass Golf ein Aufgabenspiel ist und es nicht nur darum geht, zwei Stunden auf der Range, stupide Bälle zu schlagen. Mein Training sieht daher viel Abwechslung und Kreativität vor.

Ich hoffe, ihr habt durch meinen Beitrag einen kleinen Einblick in die Ausbildung des PGA Professional bekommen und könnt nun Euch ein gutes Bild davon machen.

Ich wünsche Euch und Eurer Familie noch eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Eure Julia

Hier gehts Zur Website von Julia!

Hier arbeitet Julia zur Zeit – Im Düsseldorfer Golf-Club e. V. 

  1. Sehr guter Beitrag. Als zweifacher Golfvater gebe ich Ihnen meine absolute Zustimmung.👍

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