Wann dein Kind am Besten mit dem Golf spielen anfangen sollte

Wann fängt mein Kind am Besten mit dem Golf an? Worauf habe ich zu achten? Schaut hier!

Ein Gastbeitrag von Julia Krull – Assistant der PGA of Germany

Liebe Fairwaykids Leser,

in meinem zweiten Gastbeitrag möchte ich über den richtigen Einstieg in den Golfsport schreiben. Immer wieder werde ich von Eltern gefragt:

„Ab wann kann mein Kind mit Golf anfangen?“ 

Da sich Kinder unterschiedlich schnell entwickeln, sind Pauschalantworten relativ schwierig.

Oft sehe ich Eltern, die ihrem Kind einen kleinen Putter kaufen und mit ihm die erste Zeit auf dem Putting Grün verbringen. Dies ist erstmal ein guter Einstieg, da bei kleineren Kindern nie der Sicherheitsaspekt außer Acht gelassen werden darf. Regeln und Gefahren auf dem Platz können  noch nicht erfaßt werden. Beim Putten stellen sich zudem schnell Erfolgserlebnisse ein. Doch den meisten Kindern macht das „Bälle schlagen“ auf der Driving Range mindestens genauso, wenn nicht noch mehr, Spaß. 

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Das wöchentliche Gruppentraining (Bambinitraining) findet dann in den meisten Golfclubs ab ca. 5 Jahren statt. In einigen Golfclubs sogar noch früher. Übrigens genügt meistens  schon ein Anruf im Büro, um dieses zu erfragen. 

Auch wir im Düsseldorfer Golf Club haben ein eigenes Mini-Training. Die Kinder trainieren bei mir 2x in der Woche für jeweils 60 Minuten. Das Alter liegt zwischen 5 bis 8 Jahren.

Häufig höre ich von Eltern auch folgende Aussage:

„Ich möchte lieber, dass mein Kind einen Mannschaftssport betreibt, um seine sozialen Kompetenzen zu fördern!“

Leider ist dieses immer noch ein weit verbreitetes Vorurteil, dass Golf ein Kind zum Einzelgänger erzieht.

Das stimmt aber ganz und gar nicht! Golf kann den Kindern eine Menge an Fertigkeiten und Werte lehren, die sie später für ihr Leben brauchen.

Nicht um sonst hat Bobby Jones einmal folgendes gesagt:

Golf is the closest game to the game we call life. You get bad breaks from good shots; you get good breaks from bad shots, but you have to play the ball where it lies.”

Hier meine Top 3 an Kompetenzen, die durch Golf gefördert werden:

  1. Verantwortung: Die Kinder sind für Ihre Leistung auf dem Golfplatz selbst verantwortlich und können eine schlechte Leistung keinem Mitspieler „in die Schuhe schieben“
  2. Fairness: Golf ist ein Spiel ohne Schiedsrichter. Von jedem Spieler wird ein faires und ehrliches Verhalten gefordert und somit auch gefördert.
  3. Steigerung der Frustrationsgrenze: Nicht jeder kann immer gute Golfschläge machen. Kinder lernen also auch mit Niederlagen umzugehen.

Natürlich spricht aber nichts dagegen, wenn die Kinder neben dem Golfen noch eine Zweit- oder Drittsportart betreiben – gerne auch einen Mannschaftssport. Generell sollten sich Kinder erst so spät wie möglich auf eine Sportart spezialisieren. Denn durch mehrere Sportarten wird die körperliche Entwicklung positiv unterstützt, da dadurch verschiedene Muskelgruppen im Körper beansprucht werden. Aber auch die Kids werden schnell merken, dass sie sich allgemein im motorischen Bereich verbessern und ein anderes Körpergefühl erlangen. Das führt ebenfalls zu einer Verbesserung in der primären Sportart.

Wenn die Kinder nun also mit 5 Jahren zum Mini Training erscheinen bedeutet dies nicht, dass ich mit Ihnen 60 Minuten auf der Driving Range stehe und mit ihnen detailliert ihren Schwung analysiere.

Ich habe festgestellt, dass folgende Dinge wichtig sind, damit die Kids nicht nur mit dem Golfen starten sondern vor allem weiter „am Ball bleiben“:

  1. Spaß
  2. Abwechslung
  3. Schneller Erfolg

Spaß ist und bleibt der wichtigste Faktor. Wenn Kinder keinen Spaß haben kommen Sie über kurz oder lang nicht mehr zum Training.

Ich versuche den Spaß hochzuhalten, in dem ich mein Training mit vielen bunten Dingen gestalte und die Kinder selber mit entscheiden lasse.

Was den Kinder Spaß macht wird gemacht! Dabei ist wichtig, dass die Eltern sich von der Vorstellung lösen, dass Golftraining mit Golfschlägern stattfinden muss.  Nur wer in dem Alter zwischen 5 bis ca. 10 Jahren eine gute allgemeine sportliche Ausbildung erfahren hat, kann später sein volles Potenzial im Golf ausschöpfen.

Klar lernen auch die Kleinen alle wichtigen Grundschläge, aber ich würde sagen, dass mein Training zu 70% aus allgemeinem Motorik-Training  und zu 30% reinem Golftraining besteht.

Vor allem haben die Kinder Spaß an Wackelbrettern, Koordiantionsleiterübungen oder

Wurfspielen. Wenn es um Spaß geht, sind die Kids nicht anders als Erwachsene! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie es lieben, Bälle mit dem Driver zu schlagen. Dabei machen wir immer kleine Wettbewerbe und es geht immer darum den Ball so weit wie möglich zu schlagen. Die Kinder sollen von Anfang an lernen, dass es von Vorteil ist, den Ball weit schlagen zu können.

Der Punkt Abwechslung erklärt sich eigentlich von selbst. Keiner hat Lust, eine Stunde lang dieselbe Übung immer wieder zu machen. Abwechslung könnte zum Beispiel bedeuten, den Ball mit Anlauf zu schlagen, einen Schlag vom Wackelbrett zu machen  oder einfach mehrere Übungen zu absolvieren. 

Selber Vorbild sein und mitmachen! Ein beliebtes Spiel im Sommer: Wasserbomben wegschlagen 😉

Der Punkt „schneller Erfolg“ ist beim Golfen manchmal leider schwierig. Mit herkömmlichen Kinderschlägern fällt es den meisten Kindern anfänglich schwer den Ball in die Luft zu befördern.

Dadurch entsteht schnell Frust und wir landen wieder bei Punkt 1 – der Spaß fehlt.

Um dem vorzubeugen, verwenden ich bei mir im Training SNAG Golf Schläger. Sie haben eine übergroße Schlagfläche und der Schlägerkopf ist aus Plastik. Die Bälle sind tennisballartig und größer als herkömmliche Golfbälle. Durch ihre Klettstruktur bleiben sie an der SNAG Dartscheibe kleben und der Spaß und der Erfolgsfaktor ist dadurch sehr hoch.    

                                     

Wenn die Kleinen nun schon etwas länger zum Training kommen, empfehle ich Ihnen immer Golphin Schläger. Diese sind nun nicht mehr aus Plastik, die Schlagfläche ist trotzdem größer. Mit den Schlägern können ganz normale Bälle geschlagen werden . Durch die große Schlagfläche wird weiterhin die Erfolgsqoute hochgehalten und die Kids können damit sogar auf den Platz gehen und Ihre erste Runde spielen!

Als letzten Rat würde ich gerne allen Eltern noch mitgeben, dass Sie nicht zu ehrgeizig an das Thema rangehen sollten. Wenn Ihr Kind am Golfen Spaß  hat (oder an jeder anderen Sportart), dann ist das super und Sie sollten Ihr Kind unterstützen und es fördern. Wenn Sie aber merken, dass Ihr Kind lieber Fußball oder Hockey spielt, dann sollten Sie es in dieser Sportart fördern. Nur weil Sie gerne Golf spielen, heißt das lange noch nicht, dass Ihr Kind dies auch mag 🙂

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen/ Euch einen guten Start in die Saison 2018

Ihre Julia

Zur Person: 

img_7870Julia Krull ist PGA Assistant im 3. Lehrjahr. Aktuell absolviert Julia ihre Ausbildung im Düsseldorfer Golf Club. Weitere Informationen über Julia findet ihr hier. Julia hat bereits im Dezember 2017 einen Gastbeitrag geschrieben. Dieser ging über die Ausbildung zum PGA Professional.

 

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