Die Entwicklung der Golfschläger von den Anfängen bis zur heutigen Zeit und Golfausrüstung allgemein

Die Ursprünge des Golfschlägers sind ähnlich schwierig zu bestimmen, wie die Anfänge des Golfsports. Die Ursprünge der Golfsports sind 1297 in Holland. Bei diesem Sport „Colf“ gab es keine Löcher – es wurde auf festgelegte Endpunkte gespielt, wie Bäume oder Scheunentore.

Liebe Fairwaykidsleser, in meinem heutigen Artikel schreibe ich über die Entstehungsgeschichte der Golfschläger und mache einen kurzen Exkurs dahin worauf es wichtig ist beim Schlägerkauf zu achten.

Die Ursprünge des Golfschlägers sind ähnlich schwierig zu bestimmen, wie die Anfänge des Golfsports. Die Ursprünge der Golfsports sind 1297 in Holland. Bei diesem Sport „Colf“ gab es keine Löcher – es wurde auf festgelegte Endpunkte gespielt, wie Bäume oder Scheunentore. 1338 gab es die ersten golfähnlichen Handlungen in Deutschland – belegt durch einen Auszug aus den Jagdgesetzen. 1457 gab es den ersten urkundlichen Hinweis auf Golf in Schottland. King James verbietet in Schottland den Golfsport, damit die Leute mit Pfeil und Bogen trainieren. Diese Bogenmacher waren auch die ersten Schlägermacher – die ersten Schläger wurden ca. 1570 erstmals erwähnt.

Wie die Golfschläger am Anfang aussahen ist nur schwer zu bestimmen. Vielleicht benutzte man für die ersten Golfschläger umgedrehte Schafsstöcke. Einige Golfhistoriker stellten Vermutungen an, das die ersten Golfschläger aus Trieben junger Äste bestanden. Eines ist jedoch sicher: die ersten richtigen Golfschläger bestanden aus Holz: Für die Schäfte wurde Nussbaum und Esche verwendet und die Köpfe wurden aus Buchen-, Schwarzdorn-, Apfelbaum-, und Birnbaumholz hergestellt. Die Schäfte und Köpfe wurden verklebt und zusammengebunden. Bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestand ein Schlägersatz aus folgenden Schlägern:

Hölzer:

Eisen:
Play club (Driver) Cleek (geringer Loft)
Long spoon Lofter (mittlerer Loft)
Mid spoon Rut-iron (hoher Loft)
Short spoon
Baffing spoon
Holzputter

Die ersten Golfschläger waren schwerpunktmäßig Hölzer und es wurden nur vereinzelt Eisen verwendet. Die mit Federn gefüllten Golfbälle, welche Featherys genannt wurden und aus einer Stierhaut bestanden, waren 3 x so teuer wie Golfschläger. Durch die scharfen Kanten der Eisenschläger wurden die Bälle schneller beschädigt, als mit einem Holzschläger. Eisenschläger kamen nur in schwierigen Lagen zum Einsatz, wenn das Herausschlagen des Golfballes aus einer schwierigen Lage den Holzkopf möglicherweise beschädigt hätte

Die drei ursprünglichen Eisenarten die gespielt wurden waren – der „Rutter“, der „Lofter“ und der „Cleek“. Der „Rutter“ ist der Vorläufer vom Pitching- und Sandwedge, der „Lofter“ ist der Vorläufer vom Eisen 4-8 und der „Cleek“ ist der Vorläufer vom Eisen 1-3.

Die Entwicklung der Schläger hängt eng mit der der Entwicklung Golfbälle ab. Nach der Einführung des „Guttaperchaballs“ um 1850 – ein Gummiball aus Harz änderte sich die Schlägersatzzusammenstellung. Die alten Schläger hielten den neuen Belastungen dieses harten Golfballs nicht mehr Stand. Die Schlägerköpfe wurden kürzer, breiter und bekamen tiefere Schlägerblätter. Die bedeutendste Änderung bestand in der Wölbung der Schlagfläche, die nun nach außen (konvex) geformt war. Zugleich waren die neuen Schläger wesentlich kürzer. Mit der Ablösung der reinen Holzköpfe Ende der 70er Jahre durch Stahlköpfe, gefolgt von den Graphitköpfen und durch das heutzutage verwandte Titanmaterial ist die Entwicklung sicherlich noch nicht abgeschlossen.

Etwa bis zum Jahr 1900 wurden sämtliche Holzschläger durch eine Verspleißung mit dem Schaft verbunden. Eine Verspleißung war ein laschenartiges Gelenk (scared joint) zur Verbindung von Schlägerkopf und Schaft. Die so produzierten Schläger hießen scared head.

Im Jahr 1900 wurde der Haskellball – der gewickelte Gummiball eingeführt. Im gleichen Zuge  entdeckte man das extrem harte Persimoneholz (Dattelpflaumenbaumholz). Es entstanden die ersten spezialisierten Schmieden und es wurde eine neue Art der Schaftbefestigung am Schlägerkopf entwickelt. Die Schlägermacher bohrten in die Schlägerköpfe, die sie vom Schmied erhielten ein Loch für die Befestigungsniete in den oberen Teil der Fassung. Nachdem der Schaft bestimmt war, der am besten zum Gewicht des Kopfes und den vorgesehenen Spiel-eigenschaften passte, wurde dieser der Fassung (heute „Hosel“ genannt) angepasst und mit Leim und einer Niete befestigt.

Die Golfschläger wurden nun wie folgt bezeichnet:

Neue Bezeichnung:

Alte Bezeichnung:
Eisen 1 Driving Iron
Eisen 2 Mid Iron
Eisen 3 Mid Mashie
Eisen 4 Mashie Iron
Eisen 5 Mashie
Eisen 6 Spade Mashie
Eisen 7 Mashie Niblick
Eisen 8 Lofter
Eisen 9 Niblick
Pitching/ Sandwedge
Putter Putter
Holz 1 Driver
Holz 2 Brassie
Holz 3 Spoon
Holz 4 Cleek
Holz 5 Baffy

Nach dem ersten Weltkrieg setzte die Massenproduktion ein und es gab erstmals Schläger die aufeinander abgestimmt waren. Der Golfsport wurde ab diesem Zeitpunkt immer populärer.

Amerika erfand in den 20er Jahren einen röhrenförmigen Stahlschaft der den bis dahin verwendeten Hickoryschaft (Holzschaft) ablöste. 1971 gab es erstmals den Graphitschaft der bis heute durch den Aluminium, Fieberglas, Boron, Titan und Ceramikschaft ergänzt wird. Heutzutage gibt es folgende Unterscheidungsgrößen bei Schäften: Torsin (Verwindung des Schlägers um die Längsachse), Flexpunkt (Kickpoint), Schaftflexibilität (Verwindung des Schlägers um die Querachse), Gewicht des Schaftes und das Schaftmaterial. Bezüglich der Griffe  hat sich die Entwicklung der Gummigriffe durchgesetzt.  Sie sind heute in unterschiedlichen Größen und unterschiedlichen Dicken und Längen am Markt.

In den 60er Jahren brachte Karsten Solheim (von der Firma Ping) das Custom Fitting auf den Markt. Dieses bedeutet die individuelle Anpassung der Golfschläger. Jeder Golfspieler hat zum einen unterschiedliche physische Voraussetzungen (Körpergröße, Verhältnis Armlänge zur Körpergröße und die Länge der Finger) und zum anderen verschiedene motorische Fähigkeiten (Schlägerkopfgeschwindigkeit und Schwungebene), sowie eine unterschiedliche Ansprechposition. Die Golfschläger werden also auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt. In der heutigen Zeit arbeiten die Golfschlägerfirmen technisch branchenübergreifend mit Hightechnologie Unternehmen zusammen. Um nur ein Beispiel zu nennen hat die Firma Callaway zusammen eine Kooperation mit dem Flugzeughersteller Boeing. In den Windkanälen und Labors der Flugzeugbauer konnte die Aerodynamik der neuesten Schlägerserie Rogue getestet und verbessert werden. Bei der Gestaltung der Vorderkante der neuen Driver, da diese neben der Schlagfläche den größten Luftwiderstand bietet hat Callaway die aerodynamischen Vorteile angepasst, so dass durch diese Veränderung 6 km/h mehr Ballgeschwindigkeit gegenüber des Vorgängermodells gewährleistet werden soll.

Golfausrüstung allgemein

Die richtige Golfausrüstung ist für ein erfolgreiches und gesundes Golfspiel unerlässlich. Auf den Hinweis einige Kaufinteressierter, dass man als Anfänger doch noch keine guten Schläger braucht, kann man antworten, dass gerade ein Anfänger gutes Material braucht um von Anfang an das volle Potential ausschöpfen zu können und sich keine Fehler aufgrund des falschen Materials aneignet.

Bei einem Anfänger wird sich der Golfschwung und seine Schlägerkopfgeschwindigkeit in Laufe der Zeit mit Sicherheit noch verändern. Das ist aber kein Grund sich als Anfänger Schläger zu kaufen die irgendwann mal eventuell zum Golfschwung passen könnten. Gerade als Anfänger ist es wichtig das passende Material zu kaufen. Bei einer guten Beratung durch einen Golfprofessional oder speziellen Fitter wird darauf geachtet, dass die Schlägerlänge, Griffstärke und die Flexibilität des Schaftes den körperlichen und sportlichen Vorraussetzungen des Golfanfängers entsprechen.

Was für die erwachsenen Golfer wichtig ist , ist bei Kindern die mit dem Golfen anfangen genauso unerlässlich. Die Zeiten in der Kinder mit abgesägten Schlägern spielen müssen ist glücklicherweise schon etwas länger Vergangenheit. Im Kinderbereich gibt es mittlerweile mehrere gute Marken die sich auf die Bedürfnisse der Kids spezialisiert haben. Der Schlägerkauf sollte hierbei aber auch nicht durch das “Pie mal Daumen-Prinzip“ erfolgen, sondern auch mit einer Beratung durch einen guten Golfprofessional getätigt werden. Allgemein ist es bei angebotenen Golfschläger im Handel so ,dass es Massenprodukte sind die auf durchschnittliche Werte bezogen auf Körpergröße und Sportlichkeit abgestimmt sind. Der einzelne Golfer kann dabei Glück haben , dass er genau dem Durchschnitt entspricht und keine falschen Golfschläger von der Stange erwirbt. Weil aber kein Golfer vorher weiss ob er dem Durchschnitt entspricht ist es immer besser sich vorher gut beraten zu lassen.

Wir werden in Kürze in einem unserer nächsten Artikel das Thema Schlägerfitting nochmal aufgreifen und die Bereiche fortgeschrittene Golfer, Kinder und Jugendliche sowie allgemeines Grundwissen zum Thema Fitting und Golfschläger erörtern.

Ich hoffe euch hat der Artikel gefallen und verbleibe mit sportlichen Grüßen,

euer Felix Matz

 

  1. Die Entwicklung der Schläger ist mehr als beeindruckend und zeigt, wie mehr und mehr der Golfsport von Innovationen gepackt wird und diese zu mehr Möglichkeiten für Jung und Alt sorgen, da insbesondere die Kids zu begeistern sind, ganz wichtiges Thema. Für Kids ist mir rein zufällig vor einigen Tagen die neue Golf Trainings-App DYNAMIC GOLF im Netz aufgefallen. Sieht sehr interessant aus! Seht selbst: http://www.dynamic-golf.com

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