Wie gut Kindergolfschläger wirklich sind – Teil 1

David Cardew & Christian Lanfermann haben von namenhaften Herstellern, Kindergolfschläger getestet. Im ersten Teil geht es um Driver & Hölzer. Was dabei raus kam, lest selbst.

Ein Kindergolfschlägertest von David Cardew und Christian Lanfermann

Wieso machen wir das?

Durch unsere Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Golfsport, werden wir fast täglich mit den Themen: „Kindergolfschläger“ und „Golfschlägerfitting für Kinder“ konfrontiert. Fragen wie, „Welche Schläger braucht mein Kind?“ oder „Woran erkenne ich, ob die Golfschläger für mein Kind richtig sind?“, sind dabei keine Seltenheit.

Durch unser tägliches Training mit den Kids,  bemerken wir den großen Einfluss der Schläger auf die unterschiedlichen Schwungmuster der Kinder. So führen zum Beispiel Golfschläger, die zu lang und zu schwer sind, häufig zu Kompensationsbewegungen und reduzieren den Spaß am Training und Spiel.

Da nicht jedes Kind die Möglichkeit hat verschiedene Kindergolfschläger zu testen, haben wir, die Pros von Fairwaykids, einmal ausgiebig uns mit  den Golfschlägern der führenden Herstellern beschäftigt und diese von verschiedenen Kindern auf „Herz“ und „Nieren“ prüfen lassen. 

Ablauf:

Der Fairwaykids Partner-Pro David Cardew von der Firma TrackMan und ich (Christian  Lanfermann) haben über einen Zeitraum von 3 Monate mit insgesamt 5 Kindern die Golfschläger ausgiebig getestet. Jedes Kind sollte die Schläger – passend zur Körpergröße des Kindes – subjektiv nach folgenden Kriterien bewerten:

  • Look and Feel (Aussehen und Gefühl)
  • Klang
  • Haptik

Dabei wurden immer 10 Schläge pro Schläger in die Auswertung einbezogen. Die Bälle wurden aufgrund der Jahreszeit indoor von einer handelsüblichen Matte geschlagen.

Material:

Die Kindergolfschläger wurden von den folgenden Firmen netterweise zur Verfügung gestellt:

  • US Kids Golf (Ultralight und Tour Series)
  • Golphin for Kids (GFK+ Serie)
  • Mastersgolf (Mkids Pro Serie)

Was ist das Ziel des Tests:

Mit diesem Test haben wir versucht, ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten, und den Eltern und Kindern einige Anhaltspunkte für den nächsten Kauf mit auf dem Weg zu geben. 

1. Testperson – David (Der PGA Professional)  & TrackMan Experte & Fairwaykids Partner-Pro

Zur Person:

David ist 27 Jahre alt und aufgrund seines Berufes viel im Golfsport unterwegs. Durch seine Tätigkeit als Sales Manager Germany der Firma TrackMan kennt er sich mit Zahlen und Zusammenhänge in der Ballflugphysik Bestens aus. David hatte den Auftrag die Schläger mit seiner hohen Schlägerkopfgeschwindigkeit auf „Herz & Nieren“ zu testen.

Auswertung von David und Christian über David´s TrackMan Zahlen

Die Ballabfluggeschwindigkeiten waren bei allen Driver sehr ähnlich, wobei der US Kids  Tour Series Release 460 V5 die geringste Schlägerkopfgeschwindigkeit aufweiste. Mit dem US Kids Tour Series Driver ist der Ball am höchsten gestartet, hatte aber am wenigsten Spin, welches wir auf die gewölbte Schlagfläche (Roll) zurückführen.

Anmerkung: Bälle, die oberhalb des Sweetspots getroffen werden, starten höher mit weniger Spin.

Wie man anhand der Auswertung erkennen kann, produzierte der Golphin GFK+ 134 Driver – speziell bei extrem hohen Schlägerkopfgeschwindigkeiten (108,4 mph) – enorm viel Spin. Die Folge war eine deutlich geringere Ballfluglänge (Carry) von ca. 20 Meter. Allerdings war dieser Driver bei unserem Testobjekt von der Richtung her der Beste.

Fazit:

Bei sehr hohe Schlägerkopfgeschwindigkeiten (bis zu 108 mph) hatten die US Kids Driver die Nase vorn.

2. Testperson – Maximilian der Ambitionierte

Zur Person:

Maximilian ist ein 9 Jahre (2007) alter Junge der  sehr sportlich ambitioniert schon Golf spielt. Im Normalfall ist er drei bis vier mal in der Woche auf dem Golfplatz zu finden. Aktuell hat Maximilian eine Vorgabe von 20,7 und träumt den Traum als Tourspieler sein Geld irgendwann mal verdienen zu können. Seine aktuellen Golfschläger hat Max mit seinem Golftrainer ausgewählt.

Auswertung von David und Christian über Maximilians TrackMan Zahlen

Max hatte mit dem US Kids Driver Ultralight 57 die höchste Ballabfluggeschwindigkeit und auch die höchste Schlägerkopfgeschwindigkeit. Der Golphine GFK+ 112 hatte den höchsten Startwinkel von 19,1 Grad und den meisten Spin von den drei getesteten  Drivern. Die größte Schlagweite hatte Max mit dem US Kids Ultralight 57 Driver. Allerdings ist dieser deutlich flacher, als die Vergleichsobjekte.

Maximilians Feedback zum Ultralight Driver von US Kids:

Max findet den Driver leichter als die TS. Der Ballflug ist augenscheinlich für Ihn etwas kürzer. Der Ballflug ist flacher für Ihn.

Die Optik findet Max „So gut wie meinen“

Anmerkung 1: Der ideale Landewinkel (Land. Angl.) ist 37 Grad. Das Ergebnis aus einem idealen Landewinkel ist max. Schlagweite mit viel Roll.

Anmerkung 2: Für den Test wurde uns von M-Kids ein Holz 3 (MK 165 cc) zur Verfügung gestellt. Das Holz 3 hat 21 Grad Loft und ist das einzige Holz in dem Kinderset. Das M-Kids Holz kam von der Schlägerkopfgeschwindigkeit fast an die Drivermodelle heran. Da  der Schläger den meisten Loft hatte, wirkte sich das logischerweise auf den Spin (4640 rpm) und somit auf die Gesamtlänge aus. Das Holz können wir durchaus empfehlen, da es einen sportlichen Eindruck hinterlassen hat.

Max Feedback zum Holz 3 von MKids Pro

Max sagt, der Schläger fühlt sich gut an. Der Schlägerkopf fühlt sich schwerer an. Die Optik findet ich auch sehr gut.

Fazit:

Max hatte einen durchschnittlichen Eintreffwinkel von -3,2 Grad. Kinder die steiler an den Ball kommen, benötigen mehr Spin für eine maximale Ballfluglänge. Im Fall von Max haben die US Kids Modelle eine größere Schlagweite, aber eine zu flache Ballflugkurve.

 

3. Testperson  – Ole der Sportler

Zur Person:

Ole hat ein Handicap von 15,4 und ist 12 Jahre alt (2005). Angefangen hat Ole 2015 und spielt nun in seinem zweiten Jahr Golf. Wenn es die Schule zulässt, trainiert und spielt Ole  zwischen drei bis vier Mal in der Woche Golf. Aktuell hat Ole in seinen US Kids Eisen Stahlschäfte. 

Unser 1. Eindruck zu Ole:

Balance ist nicht gut ausgebildet. Ballflug ist eher auf der Drawseite und der Eintreffwinkel ist flach. Fehlschläge sind eher fett. Das Gefühl von Ole ist es, dass der Ballflug eher flacher ist. Ole findet den Schläger am Anfang etwas schwerer:

Auswertung von David und Christian über Oles TrackMan Zahlen 

Mit dem US Kids Ultralight 60 Modell hatte Ole die höhste Schlägerkopf- und Ballabfluggeschwindigkeit. Beide US Kids Schläger hatten eine guten Abflugwinkel (18 Grad) und gute Spinwerte. Aufgrund der guten Kombination von Ballgeschwindigkeit, Abflugwinkel und Spin, erzielte Ole die meiste Fluglänge (Carry) von 142 Metern. Auffällig war bei Ole, dass der Golphin GFK+ 112 Driver zu hoch flog, was sicherlich an dem sehr hohen Spinnwert lag. 

Feedback von Ole zum Golphin GKF+ 112 Driver:

Nach dem ersten Schlag war sein Eindruck, dass der Schläger eher schwerer vom Gewicht ist. Die ersten Bälle waren alle unterschlagen, was definitiv an seiner Bewegung und an dem flacheren Schlägerkopf (im Verhältnis zu US Kids) liegt. Auch bei „gut“ getroffenen Bällen, fehlte Ole der Klang bei mittig getroffenen Bällen.

Anmerkung 1:

Ole hat drei seiner zehn Schläge mit dem Golphin Driver unterschlagen. Bei genauerer Betrachtung der verschiedenen Schlagflächen konnte man bei den US Kids Modellen eine um 0,5 cm höhere Schlagfläche feststellen. 

4. Testperson  – Fenja die Kesse 

Fenja spielt seit einem Jahr Golf und hat aktuell die Platzreife. Mit 11 Jahren und einer Körpergröße von 139 cm spielt Fenja Kindergolfschläger für eine Körpergröße von 137 cm bis 145 cm (laut Hersteller). Bei der damaligen Auswahl ging es mehr darum Schläger zu kaufen, wo sie „hereinwachsen“ sollte, damit Fenja möglichst lange etwas von den Golfschlägern hat. Wenn Sie nicht gerade Musik macht, ist Fenja zwei bis dreimal in der Woche auf dem Golfplatz zu finden.

Auswertung von David und Christian über Fenjas TrackMan Zahlen   

Mit allen Schlägern erreichte Fenja ähnliche Schlägekopfgeschwindigkeiten. Wobei die Ballabfluggeschwindigkeit mit dem GFK 910 Driver am höchsten war. Dieser kombinierte ebenfalls eine hohe Starthöhe und viel Spin erzielte somit die größte Ballfluglänge bei Fenja.

Aussage Fenja über den Golphin GFK+ 134 Driver

Optisch findet Leonie gleich schön und den Griff wieder doof. Nach dem ersten Schlag – Feedback: „Den finde ich nicht so toll!“. Die Ballflüge mit dem Driver waren unkontrolliert und aus der Richtung. Der Klang ist „geht so!“

Fairwaykids-Fazit: Bei Kindern mit einer niedrigen Schlägekopfgeschwindigkeiten hat der Golphin Driver unsere Meinung nach die Nase vorn. 

Aussage von Fenja über den US Kids Ultralight 63 Driver

„Der ist ganz schön leicht“ – „Das mag ich nicht“ – „Der Klang ist besser als bei dem anderen!“

5. Testperson – Leonie die Mutige

Leonie -HCP 14,2 – Spielt Golf seit drei Jahren, Alter 12 (2005) Körpergröße 162 cm – Spielt Golf in der Woche 2 bis 3 Mal und spielt schon US Kids Tour Series. Die Golfschläger sind aus dem Internet. Leonie ist für ihr Alter groß. Sie hat eine deutliche Lordose im Bereich der LWS und eine leichte Kyphose im BWS (Rundrücken) Ihr Ballflug ist eher „Slice“

Auswertung von David und Christian über Leonies TrackMan  Zahlen

Auffällig in diesem Test ist, wie gut das Holz 3 von M-Kids  (MK 165 cc mit 21 Grad – Holz 3) bei Leonie abgeschnitten hat. Trotz der etwas geringeren Schlägerkopfgeschwindigkeit als bei den anderen Modellen, konnte Leonie gute Ballabflugeschwindigkeiten, genügend Starthöhe und einen guten Spin kombinieren.

Leonie´s Feedback zum  US Kids Ultralight 63 Driver

„Der ist ganz schön leicht“ – „Das ist nicht gut“ – Der Klang ist besser. Leonie findet den Driver aber zu leicht.

Das MK 165 cc Holz 3 war nur unwesentlich kürzer als der beste Driver der andern Herstellern (4 Meter). Ingesamt war der Testsieger bei den vergleichenbaren Drivermodellen der US Kids Tour Series Release 460 V5 mit einem Landewinkel von 34 Grad. Sowohl Golphin als auch der Ultralight Driver von US Kids, konnten in Leonies Fall nicht ausreichend Höhe generieren, um eine maximale Schlagweite zu erreichen. 

Leonies Feedback zum Golphin GFK+ 134 Driver

Optisch findet Leonie gleich schön und den Griff wieder doof. Nach dem ersten Schlag – Feedback: „Den finde ich nicht so toll!“. Die Ballflüge mit dem Driver waren unkontrolliert und aus der Richtung. Der Klang ist „geht so!“

Fazit:

Das Holz 3 von MK-Kids war speziell in Leonies Fall definitiv auf Augenhöhe mit den Drivermodellen von US Kids Golf und Golphin for Kids. Schade, dass es bis jetzt noch keinen Driver aus der M-Kids Serie gibt.

Unser Gesamtfazit in der Kategorie Driver & Fairwayhölzer

Grundsätzlich können wir nicht eindeutig sagen, welcher der beste Driver ist. Uns hat der Test aber eindeutig gezeigt, dass es durchaus sinnvoll ist mit einer Auswahl an verschiedenen Drivermodellen ein Driverfitting mit Kindern  in Erwägung zu ziehen. Jedes Kind hat ein anderes Schwungmuster und somit andere Bedürfnisse. Unser Eindruck ist allerdings, dass die Golphin Driver Modelle speziell für niedrige Schwunggeschwindigkeiten gut geeignet sind. Sollte Golphin noch Anpassungen in der Kopflastigkeit und der Qualität der Griffe vornehmen, sind sie sicherlich eine gute Alternative zu den US Kids Modellen.

Bei US Kids Golf merkt man die meiste Erfahrung im Bau von Kindergolfschlägern. Die Driver haben einen schönen und satten Klang im Treffmoment und fühlen sich, gerade bei höheren Schlägerkopfgeschwindigkeiten, gut und hochwertig an. Die hohe Schlagfläche der US Kids Driver sind speziell für Kinder geeignet, die Probleme haben den Sweetspot zu treffen.

Das Holz 3 von M-Kids ist sicherlich eine kleine und noch unbekannte Geheimwaffe. M-Kids verbaut viele bekannte Materialien wie ein Lamkin Griff und einen Graffaloy Schaft, der sich in der Haptik und im Umgang positiv bemerkbar macht. „Liebe M-Kids Hersteller, bitte baut umgehend einen Driver!“

Unser Testsieger ist der, der für Ihr Kind nach einem guten Driverfitting am besten abschneidet!

Euer

David & Christian

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