Fehler sind der Schlüssel zum Lernen – Teil 2

Wie ich im ersten Teil dieses Artikels gezeigt habe, ist es extrem wichtig, dass (junge) Spieler sich im Training außerhalb ihrer Komfortzone bewegen. Dort werden sie natürlich Fehler machen, aber genau die müssen sie auch machen, um etwas lernen zu können. Aber man muss mit dieser Situation umgehen können. Einige Kinder können das von alleine, anderen muss man dabei helfen, diese Fähigkeit zu erwerben. Was dabei hilft ist ein sogenannter „growth Mindset“. Im folgenden Video erklärt die Erfinderin dieses Begriffs, Carol Dweck, alles nötige dazu (ist in Englisch):

Zusammengefasst geht es beim „growth Mindset“ darum, dass man davon überzeugt ist, das seine Intelligenz, Fähigkeiten und Fertigkeiten durch harte Arbeit wachsen können. Im Gegensatz dazu steht der „fixed Mindset“. Wenn man einen „fixed Mindset“ hat, geht man davon aus, dass man ein gewisses Maß an Intelligenz und Talent hat und dieses nicht steigern kann durch harte Arbeit. Wenn man also einen „fixed Mindset“ hat, dann ist jede Aufgabe außerhalb der Komfortzone und jeder Fehler eine Bedrohung für die eigene Persönlichkeit, weil man beweisen muss, dass man genug Talent für die Aufgabe hat. Es ist also quasi ein persönlicher Angriff. Ich denke jeder kann sich vorstellen, dass das keinen Spaß macht und man schnell schlechte Gefühle bezüglich schwieriger Aufgaben entwickelt. Daher hält man sich mit einem „fixed Mindset“ äußerst ungerne außerhalb der Komfortzone auf und begeht ungerne Fehler, was aber zum Lernen unabdingbar ist. Wenn man einen „growth Mindset“ hat, muss man sein Talent nicht unter Beweis stellen, sondern eine schwere Aufgabe bietet die Möglichkeit, seine Fähigkeiten zu erweitern. Man kann also immer mehr Fähigkeiten erwerben und Fehler bieten eine Möglichkeit, der Lösung für das Problem näher zu kommen. Ich denke jeder kann sich vorstellen, dass es mit einer solchen Einstellung deutlich einfacher ist, positive Gefühle bezüglich schwieriger Aufgaben zu entwickeln und damit außerhalb der Komfortzone zu trainieren und Fehler zu begehen.

Die Frage die sich nun noch stellt ist, wie kann man einen „growth Mindset“ an Kinder vermitteln. Studien haben gezeigt, dass die Aufklärung über die Funktionsweise des Gehirns dabei hilft, einen „growth Mindset“ zu entwickeln. Man kann das Gehirn mit einem Muskel vergleichen. Jedesmal wenn ich den Muskel belaste, dann strengt er sich richtig an und wächst. Genau so ist das mit dem Gehirn. Jedes mal wenn ich eine schwere Aufgabe habe und ich mich außerhalb meiner Komfortzone bewege, muss sich das Gehirn richtig anstrengen und die Neuronen im Gehirn entwickelt dadurch neue und stärkere Verbindungen, die das Gehirn kräftigen und leistungsfähiger machen.
Wichtig ist auch, wie wir mit den Fehlern unserer Kinder umgehen und vor allem wie wir darauf reagieren. Wir sollten mit einem „growth Mindset“ auf ihre Fehler reagieren und ihnen das Feedback geben, dass Fehler hilfreich sind, uns einem Lösungsansatz immer näher bringen und uns die Möglichkeit bieten, unsere Fähigkeiten zu erweitern. Wir dürfen nicht zeigen, dass wir uns Sorgen ob ihrer Fehler machen oder sie gar für ihre Fehler kritisieren. Unsere Kinder werden sich nicht an dem orientieren was wir predigen, sondern daran wie wir handeln.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen vielen Spaß beim entwickeln eines „growth Mindsets“, damit wir uns beim Training außerhalb der Komfortzone bewegen können und unsere Fehler als Möglichkeit zum Lernen betrachten können. Viel Spaß bei der nächsten Trainingseinheit außerhalb der eigenen Komfortzone!

  1. Hallo Stefan, toller Artikel! Bitte mehr davon!

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