Die Zutaten der Schlagroutine (Teil 2)

In den letzten beiden Wochen haben Julia und Marco den Einstieg in das Thema Schlagroutine gelegt. Bei Julia ging es um die allgemeine Vorstellung der Schlagroutine und deren Bestandteilen (zum Artikel). Marco hat dann den Einstieg in die Schlagroutine und den größten Teil der Planbox vorgestellt (zum Artikel). Bei mir soll es heute um den Übergang von der „Planbox“ in die „Spielbox“ gehen, die sogenannte „Commitment Linie“. Da der Übergang und die Abgrenzung der einzelnen Bausteine nicht ganz scharf ist, wird es zu nächst um das Ende der „Planbox“ gehen und dann um die „Commitment Linie“.
Du befindest dich (am Ende von Marcos Artikel) in deiner Schlagroutine an dem Punkt, dass du die Lage analysiert und dir einen Plan für den Schlag erstellst hast. Dafür musste dein Fokus „außen und weit“ sein. Das bedeutet, dass du deine Wahrnehmung auf deine Umwelt gerichtet und möglichst viele Informationen von dort aufgenommen und verarbeitet haben musstest, wie z.B. Balllage, Wind etc. Je näher du jetzt an den eigentlichen Schlag rankommst, desto enger muss dein Fokus werden.
Der erste neue Schritt ist nun, Kontakt mit dem Ziel aufzunehmen. Du solltest deine Gedanken zu deinem Ziel richten und versuchen, alles andere auszublenden. Dein Fokus liegt somit immer noch außen, da das Ziel nicht in dir selber liegt, wird jetzt aber eng, weil du versuchst, alles außer dem Ziel auszublenden. Dafür kann man
  • seinen Blick auf das konkrete Ziel konzentrieren und nur noch das scharf stellen
  • oder sich das Ziel vor dem „inneren Auge“ vorstellen (mit offenen oder geschlossenen Augen).
Nun ist deine volle Aufmerksamkeit auf deinem Ziel.
Als nächstes solltest du dir den Ballflug vorstellen, den du geplant hast. Dabei geht es darum, sich vorzustellen, wie der Ball genau das tut, was du geplant hast und an deinem Ziel landet. Dabei gibt es auch wieder verschiedene Möglichkeiten:
  • man kann sich von außen beobachten, wie man den Schwung ausführt und der Ball ins Ziel fliegt
  • man kann den Schlag aus der Ich-Perspektive sehen, also durch seine eigenen Augen
  • oder man kann den Schlag aus Sicht des Balls sehen mit einer „mitfliegenden“ Kameraperspektive.
Das sind die üblichsten Arten der sog. „Visualisierung“, aber es gibt noch deutlich mehr und da sind deiner Phantasie keine Grenzen gesetzt. Hierbei ist dein Fokus immer noch außen und eng, wandert aber langsam auf innen. Denn für unseren nächsten Schritt musst du in dich selbst hinein fühlen / hören.
Jetzt steht der Probebewegung auf dem Plan. Dabei versuchst du nun das Gefühl im Schwung zu finden, dass zu deinem „Kopfkino“, also deinem geplanten Schlag, passt. Für den Probeschwung gibt es natürlich auch wieder mehrere Möglichkeiten. Hier einige Beispiele:
  • Voller Schwung mit möglichst dem original Tempo
  • Voller Schwung mit langsamerem Tempo
  • Kleine Schwungbewegung mit dem wichtigsten Gefühl
Das sind nur einige Möglichkeiten. Auch hier sind dir wieder keine Grenzen gesetzt. Wenn dein inneres Schwunggefühl und deine Visualisierung zusammen passen, dann bist du bereit, deinen Schlag auszuführen. Jetzt musst du deinen Fokus noch einmal aus dir selbst raus wandern lassen und dich wieder auf dein Ziel konzentrieren.
Anschließend musst du nur noch den Schritt in deine „Spiel-Box“ machen. Das nennt man dann den Schritt über die „Commitment Linie“. Du bist dann völlig bei der Sache und auch völlig davon überzeugt, was du da tust. Die meisten Spieler setzen sich nach der Visualisierung und dem Probeschwung noch ein „Go-Signal“ als Bestätigung dafür, dass es jetzt wirklich mit dem Schlag los gehen kann.  Das „Go-Signal“ ist für jeden anders. Einige Beispiele sind:
  • ein tiefer Atemzug
  • ein bestätigendes Nicken
  • sich selbst sagen „los“
Aber auch da sind dir wieder keine Grenzen gesetzt. Du musst etwas finden, was für dich funktioniert!
Take-Home-Message bis hier hin:
Schlagroutine.001
Das waren jetzt viele Informationen. Aber das wesentliche ist, dass du es für dich selber ausprobierst und deinen eigenen Weg findest, der für dich funktioniert und dir unter Druck ein gutes Gefühl von Sicherheit gibt. Beim Ausprobieren wünsche ich dir viel Spaß!
Nächste Woche wird es dann um die „Spiel-Box“ und eine mögliche Rückkehr über die „Commitment-Linie“ in die „Plan-Box“ gehen.

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