Der größte Mythos im Golfspiel : Kopf unten lassen

3AA21547-1814-4C39-8982-2FE39654838EZwei Strafschläge sind für so einen Tipp eigentlich zu wenig.

 

Liebe Fairwaykids Leser, 

heute werde ich mit meiner neue Serie den Golfmythen aus der Spur starten. 

Der größte Mythos ist meines Erachtens, die Aussage: Kopf unten lassen bzw. immer die Augen auf dem Ball lassen. 

Wer von euch kennt das nicht, ihr macht einen Abschlag leider entwickelt sich der Ballflug folgendermaßen er startet nach links und landet als Panorama-Ball weit rechts im Aus. Eure Laune wird daraufhin sicherlich etwas gesunken sein. Um das Gefühl jetzt zu steigern, bekommt ihr den wertvollen Tipp vom Mitspieler: „ Du hast auch zu früh hinterher geguckt“ , oder „Du musst auch den Kopf länger unten lassen“. 

Warum dieser Tipp absoluter Quatsch ist und zu gesundheitlichen Problemen führen kann, werde ich euch in meinem Artikel erläutern.

Viele Golfer haben als Problemschlag oder Fehlschlag einen Slice, dafür kann es viele verschiedene Ursachen geben. Heute gehen wir mal davon aus, das der Spieler eine Schwungbahn von außen nach innen hat. 

Diese Schwungbahn führt dazu , dass unbewusst als Reaktion auf die falsche Schwungbahn eine Streckbewegung des ganzen Körpers kurz bevor und während des Treffmoments erfolgt. Für den Laien sieht es jetzt so aus, als hätte sich der Kopf zu früh aufgerichtet. Der Kopf hat sich aber keineswegs eigenständig bewegt sondern er ist lediglich die Spitze des Körpers der sich aufgerichtet hat. 

Ein weiterer Grund für eine falsche Bewegung die für den Laien aussieht als hätte der Spieler den Kopf zu früh bewegt, ist eine nicht korrekte Ansprechposition. 

Wenn man in der Ansprechposition mit dem Kopf und Gesichtsfeld zu stark nach vorne gebeugt steht und dazu eventuell der Rücken stark gekrümmt ist, ist die Beweglichkeit in der Brustwirbelsäule stark eingeschränkt. 

Eine Einschränkung in der Beweglichkeit der Brustwirbelsäule führt dazu, dass man den Oberkörper nicht richtig aufdrehen kann. 

Als Folge dessen wird eine Dreh-Kippbewegung im Oberkörper erfolgen. Diese falsche Bewegung wird dazu führen, dass der Schläger früh und steil in den Boden gelangen wird, um das zu verhindern wird sich jeder Golfer automatisch aufrichten. Dieses Aufrichten hat jedoch auch nichts mit dem Kopf oder ein zu frühes hinterher gucken zu tun. In diesem Fall ist ein Aufrichten sogar hilfreich um schwerere Verletzungen zu vermeiden. 

Eventuell stellt ihr euch jetzt die Frage oder seid der Meinung: Aber die Profis gucken die ganze Zeit auf den Ball!? 

Der Eindruck dass die Profis die ganze Zeit während des Schwungs ihren Kopf nicht bewegen trügt. Die Profis bewegen ihren Kopf, erst nach rechts und dann nach links. 

Er stimmt, dass die Profis aufgrund ihres perfekt ausgebildeten Hebel und Schwungssystems ihren Kopf deutlich ruhiger im Schwung halten als die meisten Amateure. Die Begründung hierfür ist ganz einfach: Sie müssen keine Ausweichbewegungen bzw. Ausgleichbewegungen machen und können dadurch die Körperwinkel besser halten. Von daher wirkt es für den Amateur so als ob sich der Kopf nicht bewegen würde. 

Das beste Beispiel dafür, dass an dem Mythos nichts dran sein kann ist Jack Nicklaus. Der golden Bear schaute , genauso wie auch Annika Sörenstamm im Treffmoment bei allen Schlägen schon zum Ziel. 

Golfen ohne sich zu verletzen: 

Ein ganz wichtiger Punkt den ich bei diesem Mythos ansprechen möchte ist das Thema Gesundheit. 

Es ist medizinisch nachgewiesen, dass gerade dieser Punkt mit dem Kopf unten lassen zu Beschwerden im Hals und Nackenbereich bis hin zum Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule führen kann. Durch die starken Torsionskräfte die auf dem Körper gerade im Treffmoment einwirken sind bei der falschen Schwungbewegung schon körperliche Probleme vorprogrammiert. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass es nicht gesund sein kann seinen Oberkörper mit voller Geschwindigkeit in Richtung Ziel zu drehen und im gleichen Moment den Kopf genau absichtlich in die andere Richtung zu drehen. 

Würde euch jemand beim Fußball sagen, wenn ihr einen möglichst harten Schuss machen wollt, müsst ihr die ganze Zeit auf den Ball gucken und dürft auf keinen Fall hinterher gucken, würdet ihr mit Sicherheit seine Kompetenz in Frage stellen. Das selbe gilt für jede andere Ballsportart auch. 

Ich komme nun nochmal auf den Anfang zurück. 

Nachdem ihr jetzt erfahren habt, wie schlecht der Tipp ist den Kopf unten zu lassen, zögert nicht und gebt euren Mitspieler gerne zwei Strafschläge. 

Die Aussage Kopf unten lassen gilt laut Regel als  Belehrung.  Belehrung ist jede Art von Rat oder Anregung, die einen Spieler in seiner Entscheidung über sein Spiel, die Schlägerwahl oder die Art der Ausführung eines Schlags beeinflussen könnte. Sollte ein Spieler bei einem Wettspiel Belehrung erteilen oder erbitten, beträgt die Strafe im Zählspiel zwei Schläge, im Lochspiel Lochverlust (Regel 8-1). 

Ich wünsche euch allen eine weitere gute Saisonvorbereitung und nicht vergessen: Kopf mitnehmen und hochnäsig golfen. 

Sportliche Grüße aus Marienfeld euer,

Felix

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