Learning by doing…Welcher Lerntyp bis du?

Welcher Lerntyp bist du? Wie funktioniert lernen im Golf? All das erfahrt ihr in diesem Beitrag.

“Bei allem was wir Kindern beibringen, hindern wir sie daran, es selbst zu entdecken.” (Jean Piaget)

Wie funktioniert eigentlich das Lernen und lernt jeder unterschiedlich? Warum behalten wir einige Dinge und andere vergessen wir schnell wieder? Heute möchte ich euch erklären, warum ihr wissen solltet, welcher Lerntyp ihr seid.

Anscheinend ist es für unser Gehirn nicht entscheidend wie wichtig oder bedeutsam eine Information ist, sondern vielmehr auf welchem Wege wir die Information kriegen.

Über unsere verschiedenen Sinnesorgane – Augen, Ohren, Nase, Mund und Haut nehmen wir Informationen auf und speichern sie im Gedächtnis. Nachfolgend eine Tabelle, die die Behaltenswahrscheinlichkeit je nach Eingangskanal grob aufführt:

WahrnehmungskanäleBehaltenswahrscheinlichkeit
Lesen10%
Hören20%
Sehen30%
Hören & Sehen50%
Selbst sagen & Erklären70%
Selbst machen und ausprobieren90%

Grundsätzlich gilt also, je mehr Sinnesorgane an der Informationsaufnahme beteiligt sind, desto besser werden wir die Dinge behalten. Weiterhin ist eine aktive Beteiligung und Aufnahme sinnvoller (erklären oder ausprobieren) als eine passive (hören oder sehen).

Übertragen auf ein Beispiel im Golf: Wenn du also nur etwas darüber liest wie z.B. eine optimale Proberunde auszusehen hat, lernst du nicht so viel dabei, als wenn du es live auf dem Platz ausprobierst. Wenn du das Thema weiterbearbeitest, eigene Erfahrungen verknüpfst oder auch anderen darüber berichtest entsteht ein Wissenstransfer und die Behaltensleistung steigt deutlich.

“Wir haben die Vorstellung, daß ein Mensch so wenige Fehler wie möglich machen dürfe, um zu lernen. Doch diese irrige Annahme versperrt unseren Kindern die Möglichkeit, spielerisch zu lernen.
Wenn ein Kind nicht auf Entdeckungsreise gehen darf, wird es auch seine Fähigkeit zur Wahrnehmung nicht entwickeln können.”
(Heinrich Jacoby)

Wie kann ich mir zum Beispiel die Golfregeln am besten merken? Ich mache die Erfahrung, dass ein stures Lesen im Regelbuch nicht zum gewünschten Erfolg führt, auch wenn es seit diesem Jahr ein paar mehr Bilder im Buch gibt. Also mache ich es auch im Jugendtraining so, dass wir in Gruppenarbeit zum Beispiel am Flip-Chart die wichtigsten Dinge aufmalen und dann raus auf den Platz gehen und dort in der Praxis die Regeln durchspielen. Damit werden verschiedene Sinne angesprochen, ich sehe und höre zu und in der Praxis kann erklärt werden und selber ausprobiert werden.

Nach dem Training empfehle ich, den Eltern, Freunden oder Verwandten zu erklären, was wir heute Neues gelernt haben. Man kann nur etwas jemand anderen erklären, wenn man es selber verstanden hat. Und insbesondere neue Themen merkt man sich schneller, wenn sie mit eigenen Handlungen und Emotionen verbunden werden.

Blick zum Ziel – Vorstellung des Ballfluges

Zusätzlich ist es individuell unterschiedlich über welchen Kanal man am besten Dinge aufnimmt. Ich persönlich bin visuell veranlagt und mir helfen Bilder und Videos beim Lernen. Aber der Lerntyp kann auch auditiv, also durch das Hören oder kinästhetisch, durch Fühlen stärker ausgeprägt sein.

Für ein schnelleres Lernen und besseres Behalten solltest du herausfinden über welchen Kanal du am besten Dinge erfassen und wahrnehmen kannst. Siehst du dir gerne Bilder und Videos an, magst Grafiken und kannst dich darüber weiterentwickeln, ist dein bevorzugter Kanal der Visuelle. Hörst du gerne Podcasts und ist eine Erklärung deines Golftrainers hilfreicher als Bilder oder Videos, dann ist dein auditiver Kanal stärker ausgeprägt. Wirst du gern beim Golfschwung geführt, brauchst keine Erklärungen oder Bilder, sondern willst Bewegungen erleben und fühlen, dann ist es eher der kinästhetische Kanal.

Wie fühlt sich der Treffmoment an?

Das bedeutet aber nicht, dass man nur über diesen eine Wahrnehmung Neues lernen kann, es ist immer ein Zusammenspiel mehrerer Sinne. Und gerade wenn man merkt, dass ein Sinn besonders stark ausgeprägt ist gegenüber den anderen, ist es durchaus sinnvoll die anderen auch zu aktivieren und damit zu trainieren. Denn grundsätzlich gilt, je mehr Sinne wir einsetzen, desto größer ist der Erfolg.

Wenn du also das nächste Mal auf der Driving Range oder dem Kurzspielgrün stehst und an deinen Schlägen trainierst überlege wie du deine Trainingsaufgaben so gestalten kannst, dass die verschiedenen Kanäle angesprochen werden.

Nehmen wir mal das Beispiel Chippen: Du unterstützt den visuellen Kanal, wenn du dir Flug und Rollphase vorstellen kannst und einen Landepunkt anvisierst. Indem du auf unterschiedliche Treffmomentgeräusche achtest, nimmst du über den auditiven Kanal wahr. Der kinästhetische Kanal wird angesprochen, wenn du darauf achtest wie sich der Schlag z.B. in den Handgelenken anfühlt.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren!

Eure Hanna

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