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Warum immer ich?

In diesem Artikel möchte ich Dir etwas vorstellen. Du kennst es wahrscheinlich noch nicht, obwohl ihr schon einige Golfrunden miteinander gespielt habt. Es ist Dein stetiger Begleiter auf und neben dem Golfplatz. Meist sieht man es lediglich bei anderen und selten als solches bei sich…

“Das nörgelnde Ich”

Es kritisiert, verteufelt, lästert, schmollt, motzt, beklagt, stänkert, verweigert, lehnt ab, mosert, bedauert, beweint, greift an, mault, murrt, nörgelt, quengelt, pöbelt, schimpft, feindet an, nölt, tadelt, missbilligt, jammert, keift, bemängelt und verurteilt meist ohne, dass wir uns dessen bewusst sind.

Versuch Dich mal an Deinen letzten Besuch in einem Golfclub zu erinnern. Wie oft haben sich Deine Flightpartner oder Golfer über etwas beschwert? Wie oft war deren “nörgelndes Ich” aktiv? Wie oft war Deins aktiv? Ziemlich oft, oder? Ich schreibe diesen Artikel gerade in dem Clubhaus eines Golfclubs. Im Nachbarraum beschwert sich gerade jemand über die gesandeten Grüns. Heute morgen beschwerte ich mich innerlich über die Kälte und ein anderer Golfer über Pech in seiner gestrigen Runde.

Es scheint für uns Golfer (Menschen / “das nörgelnde ich”) ganz normal zu sein, sich als Opfer der Umwelt, anderer Menschen oder Ereignisse zu sehen. Für das “nörgelnde Ich” läuft es nie nach seinen Wünschen. Irgendetwas läuft immer schief, besonders im eigenen Golfspiel. Viele Golfer sind frustriert mit ihrem Spiel. Sie spüren, dass sie besser sein könnten. Das “nörgelnde Ich” sagt ihnen: „Ich will sofort besser sein“. Das “nörgelnde Ich” geht davon aus, dass Du erst dann Spaß haben kannst, wenn Du ein gewisses Level erreicht hast. “Es macht erst dann Spaß, wenn ich es gut kann.” Aber genau diese Haltung macht es schwierig, besser zu werden. Hinzu kommt: Wer nörgelt gehört dazu. Sich zu beschweren scheint zu verbinden. Wir Golfer sind Nörgler!

Aber wie geht man jetzt mit dem “nörgelnden Ich” um? Ich möchte Dir gerne folgende Vorgehensweise empfehlen:

1.) Trenne das “nörgelndes Ich” gedanklich von Dir! Du bist nicht der Nörgler! Du hörst ihm lediglich zu!

2.) Mach Dir bewusst, dass Nörgeln keinen Effekt hat. Es bringt Dich nicht weiter. Es ist wie es ist!

3.) Versuche Dich dabei zu “erwischen”, wenn Du nörgelst oder nörgeln möchtest. Höre dem “nörgelnden Ich” zu und erkenne es als solches. Manchmal wirst Du es im Moment erkennen, manchmal erst nachher. Beides ist ok. Manchmal auch erst einen Tag später. Auch das ist ok! Je öfter Du das “nörgelnde Ich” sofort erkennst, desto fortgeschrittener bist Du.

4.) Wenn Du das “nörgelnde Ich” erwischt hast und als solches erkannt hast, hast Du den wichtigsten Teil geschafft. Jetzt geht es noch darum, eine andere Sichtweise zu wählen. Eine Sichtweise, die Dich bestärkt oder die Dir hilft, die Situation zu aktzeptieren wie sie ist. Für jedes Ereignis gibt es eine andere Sichtweise als die, die Dir zuerst in den Sinn kommt. Deswegen nehmen Personen, die andere Erfahrungen gemacht haben, auch dieselbe Situation ganz verschieden wahr. Du hast die Wahl!

5.) Freue Dich darüber, dass Du in einem hohen Maße aufmerksam warst! Gratuliere!

6.) Am besten erzählst Du Deinem Trainings- oder Spielpartner von Deinem Vorhaben, mit dem “nörgelnden Ich” anders umzugehen als bisher. Vielleicht hilft er Dir, indem er Dich auf das “nörgelnde Ich” aufmerksam macht, wenn Du es nicht als solches wahrnimmst. Am besten mit ganz viel Humor.

Fotos: DGV/Tiess

Was hast Du jetzt davon? Ich glaube, dass das “nörgelnde Ich” ganz unbemerkt schon einige Scores in die Höhe getrieben und so manche Stimmung auf dem Platz verseucht hat. Probier einfach mal aus, was bei Dir passiert. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich das “nörgelnde Ich” igendwann immer weniger meldet. Wenn es sich meldet, wirst Du es immer häufiger als solches identifizieren und dementsprechend handeln können. In stressigen Situationen auf dem Platz wirst Du ruhiger bleiben können. Du wirst dazu beitragen, dass sich unsere “Golfkultur” verändert und endlich toleranter wird. Ihr werdet alle mehr Spaß und Freude auf dem Platz haben und dabei vielleicht den einen oder anderen Schlag weniger benötigen.

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