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Golf ist kein Teamsport! Oder ich will einfach nur spielen… Teil 3

Golf ist kein Teamsport! Oder doch? In diesem Beitrag rede ich von Rydercup und Solheim Cup oder den Vorzügen, Golf als Einzelsportart zu verstehen..

Liebe Eltern,

liebe Kids,

was soll ich sagen. Natürlich kann und ist Golf in einer gewissen Art und Weise auch ein Teamsport! Doch wenn ich die Überschrift gelauten hätte: „Golf ist ein Teamsport!“, hätten Sie sich dann auch  Zeit zum lesen genommen?!

Also, fangen wir nochmal von vorne an.

Golf ist AUCH ein Teamsport!

Beste Beispiele dafür sind zum Beispiel der Ryder-Cup der Herren, oder der Solheim Cup der Frauen, wo Kontinente gegeneinander im Team spielen. Dort geht es nicht um Preisgelder oder Ranglistenpunkte. Es geht um viel mehr! Um Ruhm und Ehre für die Farben, die man auf der Brust trägt.

Und natürlich macht ja zusammen gewinnen viel mehr Spaß als alleine. Auch das verlieren ist leichter in der Gruppe. Wie ich bereits in einem älteren Artikel „Ich will einfach nur spielen Teil 2“ geschrieben habe, ist ja geteiltes Leid nur halbes Leid.

Doch genau da sehe ich auch eine Gefahr in der Entwicklung der Kinder im Golfsport.

Aus meiner Erfahrung als Trainer bewegen wir Trainer uns auf einem dünnen Drahtseil zwischen beiden Welten. Golf als Einzel- und als Teamsport verstehen und leben zu können, ist für viele Kinder und vorallem Eltern nicht oder nur schwer machbar.

In unserem deutschen Wettspielsystem haben wir aktuell viele Teamwettkämpfe wie zum Beispiel die Mannschaftsmeisterschaften der Jugend im eigenen Landesverband und auch überregional die deutschen Mannschaftsmeisterschaften. Dazu kommt noch die DGL (Deutsche Golf Liga) wo wir mit einer bestimmten Anzahl an Spielern versuchen die club- und teameigenen Ziele mit der Mannschaft zu erreichen.

Doch in diesem Artikel möchte ich euch daran erinnern, dass es nicht immer nur um die Gruppe geht und man den Blick ruhig auf sich selber – und den Taten die man selber macht – lenken sollte. Und das ist auch mehr als Recht. Und bitte versteht mich nicht falsch!

WIR BRAUCHEN DEN TEAMSPORT IM GOLF,

damit eure Kinder besser werden! Besser werden im Umgang mit anderen Kids. Besser werden im Umgang mit diversen Entscheidungen des Trainers wie zum Beispiel eine Auswechslung oder sogar eine Nichtnominierung für einen Wettkampf. Und besser werden durch eine Gruppendynamik, welche man als „Einzelkämpfer“ nicht erleben würde. Ich bin sogar der festen Überzeugung, dass jedes Kind in den Anfangsstadien eine Gruppe braucht um einfach besser zu werden! Um den Sport auch wirklich bei jedem Wetter auszuüben, bis der „wahre Funke“ wirklich übergesprungen ist.

Die Regeln eines Teams kennen und leben

Liebe Eltern, dieser Abschnitt ist wieder mehr an euch gerichtet. Jedes Team hat seine Regeln, welche durch den Trainer, die Ziele und den Club aufgestellt werden. Er entscheidet wer aufgestellt wird, wer als Reservespieler mitkommt und wer leider zuhause bleiben muss. Und da wären wir schon beim ersten Punkt:

Der Reservespieler und seine Aufgaben…

Natürlich ist das grausam für eure Kinder, welche zwar mitreisen „dürfen“ (Schreibe das „dürfen“ bewusst in Ausrufezeichen, da es sicherlich in vielerlei Augen in einer solchen Situation nicht als Privileg gesehen wird).

Nicht selten genug, und da spreche ich aus eigener Erfahrung haben wir Trainer viele Diskussionen, warum ein Kind „nur“ als Reservespieler mitgenommen wird. Häufig werde ich dann auch mit Aussagen wie: „Ja wenn mein Kind eh nicht spielt, warum muss es dann mit?“ oder „Kann es dann nicht besser ein anderes Turnier spielen? Da hat es doch mehr davon!“ konfrontiert.

Meine Lieblingsgegenfrage an dieser Stelle ist dabei mittlerweile: „Stellen Sie sich vor ein Fussball-Bundesligist fährt ohne Reservespieler zu einem Spieltag. Denken sie, dass Team wäre für einen solchen Wettbewerb bestens vorbereitet?!“

Jeder fängt mal klein an….

Oder „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ (Wie ich diesen Satz früher immer gehasst habe) Aber einen treffenden Satz für das nächste Kapitel ist mir bis Redaktionsschluss nicht eingefallen..

Die allerwenigsten Kids kommen in eine Mannschaft und sind direkt als Stammspieler gesetzt. Viele bekannte Persönlichkeiten im Golf haben als Caddie von guten Spielern angefangen, bevor sie die Seite gewechselt haben. Nicht selten spreche ich mit den Kids nach einer Caddyrunde, was denen aufgefallen ist. Als Caddie ist man verständlicherweise eher weniger emotional dabei. Man kann viele Handlungen und Entscheidungen seines Spielers eher sachlich sehen, als einen kontinunierlichen emotionalen Kampf mit dem eigenen Golfball zu haben.

Wenn ich über lernen und Weiterentwicklung bei Spielern spreche, dann bin ich sogar der festen Überzeugung, dass eigentlich jeder Spieler immer mal wieder die „Rollen“ tauschen sollte, um so einen Blick über den Tellerrad zu bekommen.

Doch auch wir Eltern müssen eine solche Denke entwickeln können. Auch wir müssen es verstehen und akzeptieren, dass wenn der Trainer mein Kind mal „nur“ als Reservespieler aufgestellt, dass mein Kind auch davon besser werden und viel lernen kann. Ich muss nur als Elternteil im Anschluss die richtigen Fragen stellen..

Warum Golf auch als Teamsport gelebt werden muss und weiterhin als Einzelsportart verstanden werden sollte…

  • Ich alleine muss auf dem Platz einen schlechten Schlag verarbeiten lernen.
  • In der Gruppe zu trainieren macht mehr Spaß! Nur die wenigsten sind lieber alleine unterwegs.
  • Dennoch gibt es Kids, die sich lieber mit sich beschäftigen und wenige die Wale oder Wölfe (Rudeltiere) sind.
  • Als Sportler kann man sich in einer Gruppe regelmäßig mit anderen messen und vergleichen. Für einige kann das ein Ansporn sein, besser zu werden als der Sitznachbar. Meine größte Motivation war damals besser zu werden als meine Cousine 😉
  • Zusammen Gewinnen ist doppelt so schön, zusammen verlieren halb so schwer
  • Alleine lerne ich, dass ich selber verantwortlich bin für die Entwicklung die ich machen möchte.
  • In der Gruppe lernen ich mehr soziale Verantwortung und auch, dass wenn ich einen Schritt im Team zurück gehe, davon das gesamte Team einen Schritt nach vorne gehen

Sicherlich gibt es noch unzählige weitere Beispiele dafür, dass Golf wichtig ist als Einzel- und Teamsport zu verstehen. Doch ich glaube, Golf ist und bleibt ein Einzelsport! Doch wir brauchen die Gruppe und das Team um weiterhin diese besonderen Momente zu erleben und weiter zu wachsen. Denn genau diese Momente machen diesen Sport einzigartig.

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