Das Jahr neigt sich dem Ende und auf den Golfplätzen wird es ruhiger. An alle, die im Winter bei eisigen Temperaturen noch fleißig trainieren und spielen gehen – Respekt! Genau das ist die richtige Einstellung, denn die guten Golfer werden im Winter gemacht. Allerdings im Winter, wenn die Tage kürzer, sind es deine Schlagdistanzen häufig auch. Heute möchte ich euch erklären, warum unsere Golfschläge im Winter kürzer sind, als im Sommer.

Mehrere Faktoren führen dazu, warum der Ball kürzer fliegt:

1. Dein Körper

Aufgrund der kalten Temperaturen ziehen wir uns wärmer an, was die Bewegungsfreiheit einschränkt.

>> Mein Tipp:  Anstatt einer dicken Jacke am besten die Zwiebeltechnik anwenden – viele dünne Lagen übereinander anziehen und im besten Fall Funktionskleidung wählen!

Unsere Hände können wir mit speziellen Winterhandschuhen einigermaßen warm halten, allerdings ist das Gefühl ein anderes als im Sommer, so dass sich das Griffverhalten ändern kann. Dieses wiederum kann nicht nur Einfluss auf die Länge, sondern auch auf die Richtung haben.

>> Mein Tipp: Kleine Handwärmer in der Jackentasche!

Weiterhin brauchen unsere Muskeln länger um auf Betriebstemperatur zu gelangen und das schränkt unsere Bewegungen und Beweglichkeit zusätzlich ein. Daher ist gerade im Winter ein umfangreiches Aufwärmprogramm wichtig, damit man seine optimale Schlägerkopfgeschwindigkeit erreichen kann.

2. Die Luft

Je nach Temperatur ändert sich die Luftdichte. Wenn es warm ist haben wir dünne Luft und der Ball fliegt weiter. Sobald es kälter wird, wird die Luft dicker, der Widerstand wird größer und das Resultat sind für kürzere Ballflüge. Knapp 2 Meter Unterschied ergeben sich pro 5° Grad Celsius. So fliegt bei 5° Grad Celsius der Ball rund 10-12 Meter kürzer als bei 30°C. Kommt noch höhere Luftfeuchtigkeit dazu, wird der Widerstand noch größer. Daran lässt sich leider auch nichts ändern, man kann nur die Schlägerwahl dahingehend anpassen.

Die Luftdichte ändert sich nicht nur bei Temperaturänderungen. Mit steigender Höhe wird der Luftdruck geringer. Dadurch werden Auftrieb und Widerstand reduziert und der Ball fliegt weiter. Also den nächsten Sommerurlaub planen auf einem Golfplatz hoch über dem Meeresspiegel, bei trotzdem heißen Temperaturen, dann fliegt der Ball am weitesten.

3. Dein Golfball

Extreme Temperaturschwankungen vertragen Golfbälle und der Kunststoff aus denen sie bestehen nicht gut. Der Golfball verliert bei kalten Temperaturen an Elastizität, d.h. er kann sich bei der Kollision mit dem Schlägerkopf nicht mehr optimal komprimieren und die Reaktionsfähigkeit der Kunststoffe verlangsamt sich. Damit kann die optimale Länge nicht mehr erreicht werden.

>> Mein Tipp: Zwischen den Löchern und wann immer es möglich ist den Ball in der Hosentasche „aufwärmen“ bzw. einen zweiten Ball in der Hosentasche „warmhalten“ und an jedem Abschlag austauschen.

Zusätzlich wird der Ball bei matschigen Boden nicht mehr sehr weit rollen, so dass hier auch noch etwas Distanz verloren geht. Grundsätzlich könnt ihr also ein bis zwei Schläger mehr einplanen, also anstelle eines Eisen 8, besser ein Eisen 7 oder 6, damit ihr die Länge erreicht.

Denkt immer an eine Mütze, Schal oder Halstuch und an Fäustlinge zum Wärmen der Hände zwischen den Schlägen. Eine Thermoskanne mit Tee wärmt euch von innen.

Golf im Winter
(Bilder: Dirk Proske)

Also zieht euch warm an und wenn ihr das alles beachtet, werdet ihr auch im Winter viel Freude auf den Fairways und Greens haben.

Eure Hanna

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