Liebe golf- und technologiebegeisterte Fairwaykids, liebe C-Trainer,

immer mehr neue Technologien halten Einzug in unseren Sport und sind mittlerweile schon Standard im modernen Golfunterricht. Die VHS-Videokamera war der Vorreiter der Bewegungsanalyse. Besonders in Erinnerung sind mir die auf dem TV-Bildschirm gezeichneten Kreise, Linien und Ebenen geblieben, die zur Analyse der Bewegung genutzt wurden – für viele von euch ist so etwas bestimmt unvorstellbar.

VHS
Wer kann sich noch an die Videoanalysen mit solchen Kameras erinnern?

Launch-Monitore, wie z.B. Trackman, welche Daten des Ballflugs und des Schlägers im Treffmoment messen, revolutionierten den Golfunterricht seit dem Ende der 2000er-Jahre komplett, schafften neue Parameter und haben auch heute noch großen Einfluss.

Trackman

Über 3D-Systeme, wie z.B. das 3D-Schwunganalyse-System von Golf BioDynamics oder Gears, welche unglaublich tiefe Einblicke in die Bewegung möglich machen und aufzeigen wie hochgradig individuell unser Sport sein kann, ging die Reise in den letzten Jahren weiter zu den Bodenmessplatten.

Ground reaction forces
Kraftmessplatten machen das Unsichtbare sichtbar und zeigen, wie ein Spieler den Boden nutzt um sich und den Schläger zu bewegen.

„Wiederholbarkeit“ und „Schlaglänge“ werden uns Golfprofessionals immer wieder, als die wichtigsten Punkte und größten Wünsche der Spieler im Trainingsprozess genannt – möglicherweise findest Du zumindest einen Teil der Lösung in der Art und Weise, wie Du den Boden unter Deinen Füßen nutzt.

GolferBelowWithFootPrints
Welchen Bereich Deines Fußes belastest Du im Rückschwung?

Eine Ansprechposition mit günstigen Körperwinkeln, ausbalanciert und mit athletischer Vorspannung, ist die Grundvoraussetzung für eine dynamische Schwungbewegung.

Jedem Spieler stehen drei Kraftquellen zur Verfügung aus denen er die Schlägerkopfgeschwindigkeit generieren kann:
Die seitliche Verlagerung, „Glide“ genannt, die Rotation, „Spin“ genannt und der Abdruck nach oben, „Launch“ genannt.

BioSwingDynamics-1

Jeder Spieler nutzt diese drei Kraftquellen, hat jedoch meist eine Quelle, welche er aufgrund körperlicher Eigenschaften mehr nutzt als die Anderen – so entstehen im „BioSwing Dynamics“ System von Mike Adams die Bezeichnungen „Glider“, „Spinner“ und „Launcher“.

 

Schaut euch doch mal die Videos von Lydia Ko (Glider) , Rory McIllroy (Spinner) und Shaun O‘Hair (Lancher) an und vergleicht die Bewegungen dieser drei – fällt Dir der Unterschied auch auf?

Unabhängig von der Dominanz der Kraftquelle bleibt die kinetische Reihenfolge, in der sie in der Abschwungbewegung auftreten, identisch. Idealerweise hat die seitliche Verlagerung (Glide) ihren „Peak“ zuerst. Danach folgt die Rotation und zu guter Letzt der „Launch“ nach oben. Übersetzt bedeutet dies, dass im Übergang von Ausholbewegung zu Abschwung, zunächst der Druck auf den vorderen Fuß verlagert wird, dann die Rotation folgt und der Spieler sich dann nach oben drückt.

Hier der Step-Drill, eine kleine koordinative Herausforderung für Deine nächsten Trainingseinheiten, um die drei Elemente für Dich spürbarer zu machen und zeitlich zu koordinieren.

IMG_1986
Nutze diese Übung um seitliche Bewegung, Rotation und Launch zu leben – viel Spaß 🙂

 

Viel Spaß beim Training und der Arbeit mit den Bodenreaktionskräften.

 

Bis demnächst, Euer

 

Marco Müntnich

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.