Liebe Trainerkollegen/innen, liebe Eltern, liebe Jugendwarte/innen,

gerade jetzt, wo wir durch die Corona Krise mehr Zeit haben, können wir uns vielleicht über grundsätzliche Dinge Gedanken gemacht. Ich habe in den letzten Tagen etwas mehr über meine Trainingsphilosophie nachgedacht und dabei festgestellt, dass ich meine Hauptaufgabe als Trainer/Coach darin sehen, eine optimale Lernumgebung zu schaffen.

Aber wie kreiere ich so eine Umgebung?

Folgende Dinge sind dabei für mich entscheidet:

Keine Angst vor Fehlern:

Nur wer seine Komfortzone verlässt und sich neuen und schwierigen Situationen stellt bzw. neue Schläge ausprobiert wird seine Fertigkeiten langfristig erweitern und somit ein „kompletterer“ Spieler werden. Deswegen finde ich es wichtig, die Spieler zu ermutigen Dinge auszuprobieren und Sie in diesem Prozess zu bestärken, dass Fehler etwas Gutes sind und zum Lernprozess dazu gehören. Vor allem im Gruppentraining ist entscheidet, dass dieser Wert von allen gelebt wird. Sonst kann es zu unschönen Situationen kommen und der Spieler fühlt sich in seiner Einstellung „bloß keine Fehler machen!“ nur noch bestärkt.

Möglichst viele erste Schläge machen“:

Auf dem letzten Jugendgolfkongress hat Sebastian Rühl (Nationaltrainer der Mädchen) es gut auf den Punkt gebracht: „Versuche so viele erste Schläge wie möglich im Training zu machen.“ Auf dem Golfplatz müssen wir uns auch immer wieder auf neue Situationen einstellen. Kein Schlag ist wie der Schlag zuvor. Deswegen geht es darum, auf der Range eine gewisse Einmaligkeit zu schaffen, anstatt stupide einen Ball nach dem anderen zu schlagen. Eine gute Übung dafür ist die 50 Shot Challenge:

Vertrauen und Sicherheit schaffen:

Wie Fairwaykids Partner Pro Manuela Wehner vor Kurzem in Ihrem Beitrag schon erwähnt hat, gehört auch für mich eine gute und stabile Trainer-Spieler Beziehung zu einer günstigen Lernumgebung dazu. Damit ein Lernprozess angestoßen werden kann muss der Spieler dem Trainer zu 100% vertrauen und sich sicher und gut aufgehoben fühlen. So eine Beziehung lässt sich allerdings nicht von heute auf morgen aufbauen und braucht eine gewisse Zeit. Gemeinsame positive Erlebnisse unterstützen die Bindung. Auch in dieser schwierigen Zeit versuche ich weiterhin mit meinen Spielern im Kontakt zu bleiben und sie zumindestens virtuell zu unterstützen. Ich bin mir sicher, dass das die Trainer-Spieler Beziehung langfristig enorm stärken wird.

Den richtigen Schwierigkeitsgrad wählen:

Nur wenn eine Aufgabe den richtigen Schwierigkeitsgrad hat kann sie die Entwicklung des Athleten positiv beeinflussen. Die Aufgaben im Training sollten immer etwas schwerer sein, als sie im Wettkampf vorkommen können, um eine erneute Reizsetzung zu gewähren. Natürlich muss diese Reizsetzung sorgfältig und individuell ausgewählt werden, da zu schwere Aufgaben zu Überforderung führen.

Diese Grafik beschreibt das Prinzip ganz anschaulich:

Bildergebnis für Optimaler Schwierigkeitsgrad

Habt Ihr Euch schonmal Gedanken über eine geeignete Lernumgebung gemacht? Schreibt mir doch gerne in den Kommentaren.

Eure Julia

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