Unter den Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 – 14 Jahren stellen wir regelmäßig unterschiedlich ausgeprägte Motivationsstufen fest. Von der Bereitschaft täglich Zeit und Energie in einen Bereich zu investieren, bis hin zum Drop-out erleben wir viele unterschiedliche Interessenslagen. Besonders die hohen Drop-out-Raten im viel zu jungen Alter sollten uns nachdenklich stimmen und uns mit der Frage beschäftigen, was Kinder wirklich für sich selbst in ihrem Sporterlebnis finden möchten.
Die Konkurrenz für die Sportart Golf ist dabei hoch und die Digitalisierung hat mit E-Sports weitere Konkurrenten und Freizeitoptionen geschaffen.

 

Pyramide
Die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen im Sport.

Wandelt man die Maslowsche Bedürfnispyramide auf den Jugendbereich ab, finden sich folgende vier Bereiche:

Verbindung/ Kontakt zu Anderen

Spielen/ Vergnügen

Kompetenz/ gutes Gefühl

Skill/ Fähigkeitserwerb

 

In allen vier Bereichen gilt es, die Kinder und Jugendlichen regelmäßig abzuholen und ihre Bedürfnisse zu bedienen. Dafür ist es ratsam auch mal „outside the Box“ zu denken – auch in Bezug auf die Art und Weise wie unsere geliebte Sportart Golf erlernt und gespielt werden kann.

Tiefe Verbindungen und geteilte Werte können ebenso in Einzelsportarten innerhalb einer Trainingsgruppe geschaffen werden. Diese Verbindungen schaffen die Basis, welche die Kinder immer wieder auf den Golfplatz bringen.

Neben einer langfristigen Entwicklungsperspektive gilt es auch kurze Feedback-Kreisläufe und kurzfristiges Vergnügen im Trainingsprozess zu bieten. Wie wir durch die Funmaps von Amanda Visek wissen, steht „Gewinnen“ nicht an erster Stelle der Dinge, die Kinder und Jugendliche als Spaß bezeichnen würden. Teil eines Teams zu sein, sein Bestes zu geben und positv gecoacht zu werden stehen auf der Liste jedoch ganz weit oben.

Challenge Sweet Spot
Den Anspruch der Aufgabe gilt es im Verhältnis zum Motivationslevel individuell anzupassen, um den „Challenge-Sweetspot“ zu treffen.

Kinder und Jugendliche müssen das Gefühl haben, dass die gestellten Aufgaben im Training und auf dem Platz für sie genauso herausfordernd, wie lösbar sind. Je niedriger dabei ihre innere Motivation ist, desto leichter müssen die Aufgaben gestaltet werden – im Training und auch auf dem Golfplatz. Verpasst man den Challenge-Sweetspot zu häufig, werden sich Kinder nach Alternativen umschauen.

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Der Erwerb von golferischen Fähigkeiten entsteht zunächst durch die dauerhafte und stetige Teilnahme am Trainingsprozess und wird durch engagierte und kompetente Trainer weiter befeuert. Wenn Kinder an ihre Grenzen stoßen und erleben, dass sie Unterstützung benötigen um die ihnen gestellten, bedeutungsvollen Aufgaben zu lösen, steigt ihre Bereitschaft sich mit dem Prozess auseinanderzusetzen. Ist keine direkte Notwendigkeit erkennbar, machen Veränderungen in den Augen eines Kindes häufig keinen Sinn.

 
Im zweiten Teil des Artikels wird es in der nächsten Woche um konkrete Gestaltungs- und Handlungsoptionen im Jugendbereich gehen. Muss es von Beginn an der langfristige, sich über mehrere Jahre hinziehende Ansatz der Spielerentwicklung sein oder begeistert man 6 – 14-Jährige eher mit einem kurzfristigeren, spielerischen Ansatz, sozusagen „Golf-light“, und führt sie zu einem späteren Zeitpunkt an die Art und Weise heran, wie wir es gewohnt sind Golf zu spielen?
Bis nächsten Montag, ich hoffe ihr seid dann auch wieder mit dabei.

 

Euer

 

Marco Müntnich

 

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