Es gibt einzelne Zutaten, die grundsätzlich zu einem guten und effektiven Training dazugehören. Diese Zutaten sind unabhängig davon, was man trainiert. Es liegt in der eigenen Verantwortung, diese Dinge zum Training mitzubringen bzw. dafür bereit zu sein. Im Folgenden wollen wir uns diese Zutaten etwas genauer anschauen. 

1. Präsent und Selbstbewusst sein

Direkt die erste Zutat ist eigentlich die Selbstverständlichste: Präsent und sich seiner selbst bewusst sein. Aber das lässt sich deutlich leichter sagen, als es wirklich zu tun. Präsent sein bedeutet, im Hier und Jetzt zu sein und mit seinen Gedanken voll und ganz bei der Aufgabe zu sein, die man gerade macht. Wer schon einmal versucht hat zu meditieren, der weiß wie schwierig das ist, mit seinen Gedanken nur im Hier und Jetzt zu sein und sich ausschließlich auf seine Aufgabe zu konzentrieren. Man muss sich darüber im klaren sein, dass immer wieder andere Gedanken auftauchen werden und man vom eigentlichen Thema abschweifen wird. Das ist auch völlig okay. Wichtig ist nur, dass man das möglichst schnell merkt, die neuen Gedanken akzeptiert und seine Aufmerksamkeit dann wieder auf die eigentliche Aufgabe zurück lenkt. Man sollte lieber eine kurze Pause machen, während man seine Aufmerksamkeit wieder zurückbringt, anstatt die Trainingsaufgabe weiter zu machen und nicht wirklich bei der Sache zu sein. Auch wenn wir eine gewisse Anzahl an Wiederholungen brauchen, sollte Qualität immer vor Quantität stehen.

Der zweite Teil dieser Zutat ist das Selbstbewusstsein oder anders formuliert: das sich seiner selbst bewusst sein. Um Dinge wahrzunehmen und für sich etwas aus dem Training mitnehmen zu können, muss man in sich selber hineinhorchen. Man muss seine Gedanken mitbekommen und registrieren, wie sich Bewegungen im Körper anfühlen. Nur wenn man sich dessen bewusst ist, wird man langfristig die positiven Veränderungen erzielen können. Wichtig ist dabei zu wissen, dass nur man selbst das für sich herausfinden kann. Alle die nicht man selbst sind, können nur von außen auf einen drauf schauen und auch nur vor den Kopf schauen. Die einzige Person, die wirklich hineinschauen kann, ist man selbst. Die Person außerhalb von einem selbst hat natürlich auch eine wichtige Rolle, denn sie muss einem sagen, ob und wann etwas richtig war, aber wie sich das angefühlt hat und welcher Gedanke dabei geholfen hat, dass kann man nur selber wissen. Daher ist es essenziell, dass man sich seiner selbst beim Training bewusst ist.

2. Aus der Komfortzone

Die zweite Zutat für ein effektives Training ist für viele Menschen eine eher unangenehme Sache, die man in erster Linie versucht zu vermeiden. Es ist das verlassen der eigenen Komfortzone. Nur wenn man bereit ist, seine Komfortzone, also Dinge die man schon kann und Situationen, in denen man sich wohlfühlt, zu verlassen, wird man Erfahrungen sammeln können, die einem weiterhelfen werden. Das ist fast immer mit unangenehmen Gefühlen und schmerzhaften Erfahrungen verbunden, aber mit der richtigen Einstellung dazu, lässt sich das in sehr viel positive Energie umwandeln. Und mit den außerhalb der Komfortzone gesammelten Erfahrungen kann man Lösungsstrategien für diese Situationen entwickeln. Diese werden die Grenzen der eigenen Komfortzone immer weiter nach außen verschieben. Das bedeutet, dass Situationen, die bisher außerhalb der Komfortzone lagen und einem feuchte Hände und ein flaues Gefühl im Magen verursacht haben, auf Grund der Erfahrungen außerhalb der Komfortzone und der daraus entwickelten Lösungen, für einen händelbar werden. Dadurch fängt man an, sich in diesen Situationen wohl zu fühlen und sie werden ein fester Bestandteil der eigenen Komfortzone. Dann ist man bereit, seine Grenzen immer weiter nach außen zu verschieben. Nur so kann eine Entwicklung stattfinden. Also sollte man immer daran denken: außerhalb der eigenen Komfortzone findet die eigentliche Magie statt.

3. Bereitschaft Fehler zu machen

Die nächste Zutat hängt sehr stark mit dem Verlassen der Komfortzone zusammen, nämlich die Bereitschaft, Fehler zu machen. Immer wenn man sich im Grenzbereich seiner Fähigkeiten befindet oder vielleicht sogar schon ganz knapp darüber hinaus ist, wird man Fehler machen. Diese Fehler zu machen, ist ein essentieller Bestandteil des Lernens, denn Fehler verraten uns, was wir noch verbessern müssen und liefern uns wichtige Informationen, wie wir das machen müssen. Deshalb muss man innerlich dafür bereit sein, Fehler zu machen und diese zu akzeptieren. Wenn man eine Fehler-Vermeidungs-Taktik fährt, dann wird man seine Grenzen nicht verschieben können. Außerdem wird man Fehler, wenn sie passieren (und das werden sie), nicht akzeptieren können und deshalb auch nicht uneingeschränkt in der Lage sein, aus ihnen zu lernen. Daher ist es extrem wichtig, die Bereitschaft „Fehler machen zu dürfen“ mitzubringen in ein Training, damit man mit diesen richtig umgehen und daraus lernen kann. 

4. Feedback

Die letzte aber bei weitem nicht unwichtigste Zutat für ein effektives und erfolgreiches Training ist Feedback. Wenn man etwas trainiert und faktisch nicht genau weiss, ob es richtig oder falsch ist bzw. was man anders machen muss, dann wird es mit dem Lernen sehr schwer. Zumindest wird es dann sehr schwer, wenn man das richtige lernen möchte. Daher braucht man auf jeden Fall Feedback und die Bereitschaft, dieses Feedback auch zu akzeptieren. Feedback kann in ganz vielen Varianten auftauchen. Es kann Fremd- oder Eigenfeedback sein. Bei Fremdfeedback bekommt man eine Rückmeldung von außen, sei es durch eine andere Person oder einen Gegenstand, den man im Training für Feedback nutzt. Wichtig ist natürlich, dass die Rückmeldung, die man bekommt, sich auf das bezieht, was man gerade trainiert. Ansonsten ist es ein nutzloses Feedback, das nur ablenkt von den wichtigen Dingen. Eigenfeedback sind Rückmeldungen, die man sich selber gibt. Also wenn man in sich selber reinhört und bewertet, wie man das gerade gemacht hat. Am Anfang des Trainingsprozess wird immer mehr Fremdfeedback in einer hohen Frequenz benötigt. Je besser man in dem, was man trainiert, wird, desto geringer kann die Frequenz an Fremdfeedback werden und desto höher können die Anteile an Eigenfeedback werden. 

Ich möchte an dieser Stelle noch einen kleinen Hinweis zum Thema Fremdfeedback geben. Grundsätzlich wollen Personen die Ihnen Feedback geben, nur helfen. Jede Form von Feedback soll keinen persönlichen Angriff gegen jemanden darstellen, sondern lediglich dabei helfen, besser zu werden. Daher darf man sich durch Feedback nicht angegriffen fühlen, sondern muss dem positiv gegenüberstehen.

Fazit

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