Eine „Ent-wicklungsgeschichte“

Ich spiele Bahn 11 und sehe links und rechts Wald. Ich schlage nach rechts in den Wald. Aber es ist nicht meine Schuld. Es war der Wind. Ich finde meinen Ball nicht und muss zurück zum Abschlag. Es folgt Schlag Nummer drei.

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Nach der Runde gehe ich auf die Driving Range und arbeite an meinem Driver-Schwung.

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Ich spiele Bahn 11 und versuche, links und rechts keinen Wald zu sehen. Ich zwinge mich zu positivem Denken und denke mir den Wald weg. Ich kann nicht glauben, schonwieder den Wald rechts getroffen zu haben. Aber ich bin nicht Schuld. „Wie kann ich mich nur auf diese Tipps in Golfzeitschriften verlassen?“ Ich brauche unzählige Versuche, um meinen Ball aus dem Wald herauszuspielen.

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Ich spiele Bahn 11 und sehe links und rechts Wald. Aus Gewohnheit und völlig unaufmerksam spiele ich erneut in den Wald rechts. Ich gebe mir die Schuld. Ich akzeptiere, wo ich „stehe“. Ich brauche nur einen Versuch, um zurück aufs Fairway zu kommen. Ich weiß nun, dass ich aufmerksam sein muss.

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Ich spiele Bahn 11 und sehe links und rechts Wald. Ich schlage links in den Wald. Ich habe aufmerksam wahrgenommen, was meine Gedanken vor dem Schlag gesagt haben. „Schlag bloß nicht wieder nach rechts, Du Idiot!“ Ich erkenne meine Verantwortung. Ich benötige erneut nur einen Schlag, um wieder im Spiel zu sein und mache dabei sogar ein paar Meter gut.

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Ich spiele Bahn 11 und sehe links und rechts Wald. Ich beobachte meine Gedanken und nehme meine Schlagfläche während des Schlags wahr. Ich erkenne, dass ich sie während des Ausholens öffne. Mein Ball fliegt in Richtung des Waldes rechts. Es ist meine Verantwortung. Ich finde meinen Ball, und spiele ihn von dort fast auf das Grün.

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Ich verbringe viel Zeit auf der Driving Range, um meine Schlagfläche besser zu spüren. Dazu beginne ich mit langsamen und kleinen Schlägen.

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Ich spiele Bahn 11 und sehe links und rechts Wald. Ich fokussiere mich auf meine Schlagfläche und schlage den Ball in die Mitte des Fairways und von dort auf das Grün. Birdie.

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Ich würdige meinen Prozess. Ich habe Folgendes erkannt:

  • Ich trage die Verantwortung. Es gibt keine Schuldigen. Weder ich noch äußere Bedingungen sind schuldig. Ich erkenne den Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung.
  • Ich habe verstanden, dass ich nicht perfekt bin und dies auch nicht sein muss. Ich darf negative Gedanken haben. Das akzeptiere ich.
  • Wahrnehmung und Gegenwärtigkeit ändern alles.
  • Wenn ich Veränderung möchte, muss ich akzeptieren, wo ich gerade jetzt stehe. Ich kann diesen Schritt nicht überspringen. Ohne zu wissen, wo ich stehe, hilft das beste Navi nichts.
  • Fehler gehören einfach dazu. Diese waren sogar notwendig. Alle meine Schläge wollten mir etwas sagen. Gut, dass ich angefangen habe zuzuhören. Natürlich werde ich jetzt nicht jeden Ball ins Ziel schlagen können. Das sollte ich mir bewusst machen…
  • Ich erkenne, dass ich diese Erkenntnisse in Zukunft auf viele Bereiche übertragen kann.

Wenn dieser Artikel Dich inspiriert haben sollte, wünsche ich Dir viel Erfolg beim Ent-wickeln!

Euer

Moritz Dickel

www.bewusstes-golf.de